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Datenkorruption und keine Ende in Sicht

Nach den erfolg­rei­chen Test­läu­fen mit dem neuen Spei­cher­sys­tem began­nen die ers­ten Ansätze zum Aus­le­sen der Daten aus den defek­ten RAID-Kon­fi­gu­ra­tio­nen sehr viel­ver­spre­chend.

Die Kon­fi­gu­ra­tion der defek­ten Fest­plat­ten­ver­bünde wurde von der ein­ge­setz­ten Soft­ware gefun­den und nach eini­gen Tagen Ana­ly­se­zeit wur­den von sel­bi­ger Soft­ware auch kopier- und damit rett­bare Nutz­da­ten ange­zeigt. Einige wei­tere Tage spä­ter war auch der erste Kopier­vor­gang von „defekt“ auf „neu“ abge­schlos­sen. Eine erste grobe manu­elle Durch­sicht zeigte bei Stich­pro­ben keine Auf­fäl­lig­kei­ten in Bezug auf Voll­stän­dig­keit der Daten und deren Qua­li­tät.

Zur Sicher­heit wie­der­hol­ten wir den gesam­ten Vor­gang des Aus­le­sen der RAID-Kon­fi­gu­ra­tion sowie des Kopie­rens der anschlie­ßend gefun­de­nen Daten noch ein­mal mit Hilfe einer zwei­ten Soft­ware. Im Anschluss daran ver­gli­chen wir die von Soft­ware 1 rekon­stru­ier­ten mit den von Soft­ware 2 geret­te­ten Daten auf Bit-genaue Über­ein­stim­mung. Weni­ger zu unse­rer Über­ra­schung als viel­mehr zu unse­rer Ent­täu­schung unter­schie­den sich die Daten­sätze doch sehr erheb­lich. Sowohl in Bezug auf die Anzahl der gefun­de­nen und kopier­ten Dateien als auch in Bezug auf deren jewei­lige Größe. Stich­pro­ben zeig­ten aber auch bei die­sem zwei­ten Daten­satz auf den ers­ten Blick keine Auf­fäl­lig­kei­ten in Bezug auf Voll­stän­dig­keit und Qua­li­tät der Daten.

Aus die­sem Grunde ent­schlos­sen wir uns zum Ein­satz einer drit­ten Soft­ware zum Ret­ten unse­rer Daten von den defek­ten RAID-Kon­fi­gu­ra­tio­nen. Das Ergeb­nis: Ein drit­ter, von Daten­satz 1 und 2 ver­schie­de­ner Satz an Dateien. Viel Freude hat die­ser Fakt bei uns nicht ver­brei­tet.

Beim direk­ten Ver­gleich der nun­mehr drei Daten­sätze fiel uns dann ein Umstand auf, der uns an der Qua­li­tät der Daten­ret­tungs­pro­gramme zwei­feln läßt: Bei einer Viel­zahl der geret­te­ten Bild­da­teien stim­men sowohl die EXIF-Daten als auch die Datei­na­men nicht mehr. So hat zum Bei­spiel ein Bild vom 01.01.2014 statt eines ent­spre­chen­den Datei­na­mens und ent­spre­chen­der Auf­nah­me­da­ten in den EXIF-Fel­dern der Datei nun­mehr einen Datei­na­men der eine Ent­ste­hung des Bil­des zum Bei­spiel am 01.07.2014 nahe­legt, sowie EXIF-Anga­ben, nach denen das Bild zum Bei­spiel am 30.10.2013 statt mit Kamera X mit Kamera Y erstellt wor­den sein soll. Nach umfang­rei­chem Ver­gleich las­sen sich diese Feh­ler in allen drei Daten­sät­zen fest­stel­len. Es sind jedoch unter­schied­li­che Dateien von die­sen Feh­lern betrof­fen. Das Bild die­ser Art der Daten­kor­rup­tion sieht abs­tra­hiert wie folgt aus:

Schema der Daten­kor­rup­tion bei unter­schied­li­chen Daten­ret­tungs­pro­gram­men
  Soft­ware 1Soft­ware 2Soft­ware 3
Bild 1gefun­den & kopiertjajanein
Datei­namekor­rektfalsch
EXIF-Datenfalschfalsch
Bild 2gefun­den & kopiertjaneinja
Datei­namefalschkor­rekt
EXIF-Datenkor­rektfalsch
Bild 3gefun­den & kopiertneinjaja
Datei­namekor­rektfalsch
EXIF-Datenkor­rektfalsch
Bild 4gefun­den & kopiertjajaja
Datei­namefalschkor­rektfalsch
EXIF-Datenkor­rektkor­rektfalsch

Die Kon­se­quenz aus die­sen drei Ret­tungs­ver­su­chen mit ihren jeweils unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen: Nach einem auto­ma­ti­schen Zusam­men­füh­ren der drei Daten­sätze müs­sen alle in die­sem neuen Daten­satz ent­hal­te­nen Daten wei­test­ge­hend manu­ell auf Voll­stän­dig­keit und Kor­rekt­heit geprüft wer­den. Und das nimmt lei­der sehr viel Zeit in Anspruch…

Dies bedeu­tet wie­derum, dass wir uns zur Nach­be­ar­bei­tung des Grenz­land-Pro­jek­tes nach dem gegen­wär­ti­gen Stand der Dinge eine neue Arbeits­platt­form besor­gen müs­sen, da die bestehende durch den not­wen­di­gen Sich­tungs- und  Vali­die­rungs­pro­zess der Alt­da­ten auf unab­seh­bar lange Zeit blo­ckiert sein wird.

Sobald ein dies­be­züg­li­cher Zeit­ho­ri­zont sicht­bar wird, geben wir an die­ser Stelle dar­über Aus­kunft.

Ein neues Speichersystem

Auf Basis der Erfah­rung der letz­ten Jahre als auch in Hin­blick auf die Art und Weise des Aus­falls des bis dahin wich­tigs­ten Teils unse­rer bis­he­ri­gen Spei­cher­lö­sun­gen vor ein paar Wochen haben wir uns für die Beschaf­fung eines neuen NAS (Net­work Atta­ched Sto­rage) als neuen Daten­spei­cher ent­schie­den.

Das Gerät wird in der Anfangs­kon­fi­gu­ra­tion um die 24 Ter­ry­Byte Spei­cher­ka­pa­zi­tät (netto) haben und sollte damit gerade groß genug sein, um die Daten aus unse­ren feh­ler­haf­ten Fest­plat­ten­ver­bün­den (RAID) auf­zu­neh­men.

Wenn es klappt, so wird das Gerät kurz vor den Fei­er­ta­gen gelie­fert und wir kön­nen es wäh­rend des Jah­res­wech­sels aus­gie­big und in Ruhe tes­ten. Mit Beginn des neues Jah­res soll­ten wir dann so weit sein, die Daten aus den defek­ten Spei­chern aus­zu­le­sen und auf das neue Sys­tem zu über­tra­gen.

Ab Anfang Februar 2015 soll­ten wir — sofern die Daten­ret­tung erfolg­reich ist — dann wie­der zu dem Arbeits­stand zurück­keh­ren kön­nen, an wel­chem wir vor dem uner­war­te­ten Tech­nik­aus­fall waren.

Tag 7 — Vyborg

Die Straße von Nui­ja­maa nach Vyborg ist in schlech­ter Ver­fas­sung. Des­halb ist erst auf den wesent­lich bes­se­ren Stra­ßen­ober­flä­chen in Vyborg zu bemer­ken, dass das Las­ten­rad wäh­rend der Fahrt unre­gel­mä­ßig abge­bremst wird. Ver­zo­gene Lauf­rä­der kön­nen auf­grund der Unre­gel­mä­ßig­keit als Ursa­che für die spo­ra­di­sche Ver­zö­ge­rung das Rades aus­ge­schlos­sen wer­den. Hät­ten die Lauf­rä­der einen Defekt, so wäre die­ser regel­mä­ßig spür­bar. Nach inten­si­ver Inspek­tion stellt sich her­aus, dass sich die Schrau­ben der hin­te­ren Schei­ben­bremse nahezu voll­stän­dig gelöst haben und in Abhän­gig­keit von der ver­ti­ka­len Aus­rich­tung des Fahr­ra­des an der exter­nen Schalt­steue­rung des Roh­loff-Getrie­bes scheu­ern. Wird das Rad in der Bewe­gung nach links gekippt, rut­schen die Schrau­ben aus ihrer Auf­nah­me­boh­rung und sto­ßen dann an das Gehäuse der Schalt­an­steue­rung. In Abhän­gig­keit davon wie weit die Schrau­ben aus der Auf­nahme rut­schen ist der Schleif­wi­der­stand der Schrau­ben­köpfe am Gehäuse der Schalt­an­steue­rung mal mehr mal weni­ger stark spür­bar. In der Kon­se­quenz heisst der Umstand der gelös­ten Schrau­ben, dass ent­we­der die Dreh­mo­men­tan­ga­ben von Roh­loff falsch sind oder mein Dreh­mo­ment­schlüs­sel nicht kor­rekt arbei­tet. Einen Feh­ler mit falsch ein­ge­stell­tem Dreh­mo­ment beim Fest­zie­hen der Schrau­ben kann ich aus­schlie­ßen, da ich alle Schrau­ben am Rad vor der Abreise noch ein­mal mit den jeweils ent­spre­chen­den maxi­ma­len Wer­ten über­prüft habe.

Wir kön­nen uns glück­lich schät­zen, die­sen Umstand recht­zei­tig bemerkt zu haben. Denn es wäre nur eine Frage der Zeit gewe­sen, bis eine der vier Schrau­ben sich so weit aus ihrer Auf­nahme gelöst hätte, bis sie durch das Gehäuse der exter­nen Schalt­an­steue­rung voll­stän­dig blo­ckiert wor­den wäre. Das Ergeb­nis wäre ein abrup­ter Stop des Hin­ter­rads gewe­sen. Je nach Rota­ti­ons­ge­schwin­dig­keit des Rades in die­sem Moment, hätte es unter Umstän­den nicht nur die ein­zelne Schraube aus ihrer Boh­rung geris­sen, son­dern even­tu­ell die Brems­scheibe, die Schalt­an­steue­rung sowie viel­leicht auch den Flansch der Roh­loff-Getrieb­nabe beschä­digt. Ein sol­cher Scha­den hätte an die­sem Ort mit hoher Wahr­schein­lich­keit das Ende des Pro­jek­tes bedeu­tet, zumin­dest aber eine mehr­tä­gige War­te­zeit auf Ersatz­teile und eine Repa­ra­tur nach sich gezo­gen.

Auf­grund der zeit­auf­wen­di­gen Feh­ler­su­che müs­sen wir die Stadt­er­kun­dung auf den nächs­ten Tag ver­schie­ben. Als Aus­gleich für den Zeit­ver­lust cam­pie­ren wir direkt im Stadt­zen­trum mit Blick auf das Vybor­ger Schloss.

Der Kofferraum

Mit einem Tag Ver­zö­ge­rung ist heute die Beschrif­tung für den Fahr­rad­kof­fer fer­tig gewor­den. Das Rot ist nicht ganz der Farb­ton der es hätte sein sol­len, aber das fällt wohl nur jeman­dem auf, der auch die Design­vor­lage mit den Farb­wer­ten gese­hen hat. 😉

Projektfahrrad mit Cargo-Box
Pro­jekt­fahr­rad mit Cargo-Box

Obwohl die Kiste für sich recht leicht ist, ändert sich mit der mon­tier­ten Kiste das Fahr­ver­hal­ten des Rades doch spür­bar. Mal gucken wie sich das Rad mit vol­ler Zula­dung ver­hält.

 

Noch eine Woche bis zum Projektstart

Wie die Zeit ver­geht — nun­mehr ist es nur noch eine Woche bis zur geplan­ten Abfahrt. Und es gibt noch so viel zu tun. So müs­sen noch ein­mal alle Akku­mu­la­to­ren für den Cam­cor­der, die Pho­to­ap­pa­rate, die Audio-Recor­der und die ver­schie­de­nen Lam­pen getes­tet wer­den und war­tet die Cam­ping-Aus­trüs­tung auf ihre Kom­plet­tie­rung. Der Fahr­rad­kof­fer für das Las­ten­rad muss abge­holt wer­den, die T‑Shirts mit der Pro­jekt­be­schrif­tung har­ren ihrer Fer­tig­stel­lung und die Räder müs­sen ein­mal zur Probe gepackt und ein paar Kilo­me­ter bewegt wer­den. Erst bei einer sol­chen klei­nen Test­fahrt fällt in aller Regel auf, wel­che Kom­po­nen­ten viel­leicht doch bes­ser anders ver­baut und vor dem Tour­start viel­leicht noch getauscht wer­den soll­ten.

Die erste Testfahrt

In Erman­ge­lung geeig­ne­ten Werk­zeugs und in Hin­blick auf feh­lende Erfah­rung konn­ten wir das Pro­jekt­fahr­rad nicht kom­plett alleine auf­bauen, son­dern muss­ten einige Arbei­ten an fach­kun­dige Mecha­ni­ker einer nahe­ge­le­ge­nen Werk­statt abge­ben. Zu die­sen Arbei­ten gehörte neben dem Mon­tie­ren der Lager das Kür­zen und das Ver­le­gen der Brems­lei­tun­gen. Auf­grund der Hoch­sai­son für Fahr­rad­re­pa­ra­tu­ren nah­men diese Arbei­ten einige Zeit in Anspruch. Des­halb ergab sich erst heute die Mög­lich­keit, das Pro­jekt­fahr­rad zum ers­ten Mal zu fah­ren und zu tes­ten — in Form einer Fahrt zum Kon­su­lat der Russ­län­di­schen Föde­ra­tion, um das dort bereit­lie­gende Visum abzu­ho­len. 😉

Aufbruch zur ersten Testfahrt mit dem neuen Fahrrad
Auf­bruch zur ers­ten Test­fahrt mit dem neuen Fahr­rad

Eine Reihe von Kom­po­nen­ten feh­len noch bezie­hungs­weise wur­den noch nicht ver­baut. Hierzu zählt ins­be­son­dere die Licht­an­lage, wel­che noch nicht gelie­fert wurde. Hof­fent­lich haben die ört­li­chen Poli­zis­ten andere Dinge zu tun, als uns bei einer der Test­fahr­ten in den nächs­ten Tagen zu stop­pen und uns für die feh­lende Licht­an­lage abzu­stra­fen. Wir wer­den es sehen…

Der neue Rahmen

Nach eini­gen Wochen des War­tens ist heute, an einem Sonn­tag, der Rah­men für das Las­ten­fahr­rad gelie­fert wor­den. Lei­der ist bei der Beschich­tung des Rah­mens die Beschich­tung der Gabel ver­ges­sen wor­den, so dass sich der Auf­bau des Rades noch um einige Tage ver­zö­gert. Dies ist inso­fern nicht wei­ter tra­gisch, als dass noch nicht alle Kom­po­nen­ten vor­lie­gen bezie­hungs­weise eine kurze Pro­be­mon­tage der vor­lie­gen­den gezeigt hat, dass einige die­ser Kom­po­nen­ten gegen pas­sen­dere getauscht wer­den müs­sen.

Inkompatibilitäten

Bei der letz­ten Reise durch Zen­tral­asien zeig­ten in einer mehr oder min­der unwirt­li­chen Gegend die 32GB-Spei­cher­kar­ten von King­s­ton im gro­ßen Cam­cor­der (Canon XF100) erra­tisch auf­tre­tende Feh­ler. Unab­hän­gig von Slot und Karte tra­ten bei den Kar­ten zu unter­schied­li­chen Zei­ten Schreib­feh­ler auf. Wie­der zu Hause über­stan­den die Kar­ten jedoch Belas­tungs­test mit ent­spre­chen­den Prüf­rou­ti­nen pro­blem­los und zeig­ten keine Feh­ler.

Im Zuge der Vor­be­rei­tung für das Grenz­land-Pro­jekt tra­ten bei Funk­ti­ons­tests die Feh­ler jedoch erneut auf. Um die Kar­ten als Feh­ler­quelle aus­zu­schlies­sen wur­den dar­auf­hin neue Kar­ten mit gerin­ge­rer Kapa­zi­tät (16GB) vom glei­chen Typ und Her­stel­ler beschafft. Schließ­lich hat­ten die 32GB-Kar­ten ja etli­che Auf­nah­me­stun­den lang pro­blem­los funk­tio­niert. Diese neuen Kar­ten zeig­ten nach kur­zer Zeit im Test­be­trieb jedoch die glei­chen Feh­ler wie die grö­ße­ren Geschwis­ter.

Da Canon keine Kom­pa­ti­bi­li­täts­liste für Spei­cher­kar­ten für die XF100 her­aus­zu­ge­ben scheint, brachte erst ein Anruf bei Canon Deutsch­land Klar­heit: Von der Ver­wen­dung von King­s­ton-Spei­cher­kar­ten in der XF100 wird abge­ra­ten. Zumin­dest am Tele­fon und ohne die intern vor­lie­gende Kom­pa­ti­bi­li­täts­liste zur Ver­fü­gung zu stel­len. Manch­mal ist eine sol­che öffent­lich zugäng­li­che Liste schon eine schöne Sache und hilft viel Zeit und Res­sour­cen zu spa­ren…

Die Kiste für das Transportfahrrad

Noch vor dem Rah­men für das neue Pro­jekt­fahr­rad ist die Trans­port­kiste ange­kom­men, wel­che spä­ter auf dem neuen Fahr­rad mon­tiert wer­den soll. Nun muss diese noch umla­ckiert und mit dem Pro­jekt-Logo beklebt wer­den, bevor sie zum Ein­satz kom­men kann.

Diese Kiste soll die bis­he­rige, klei­nere Tech­nik­kiste auf dem Anhän­ger erset­zen und zusätz­lich den Inhalt der Lowri­der auf­neh­men. Da das Volu­men die­ser grö­ße­ren Kiste natür­lich nicht auf den Anhän­ger passt, muss um diese Kiste herum ein kom­plett neues Fahr­rad beschafft wer­den — ein Las­ten­fahr­rad.

Der Rahmen

Müh­sam, nur müh­sam nimmt das neue Rad auf dem Papier Gestalt an. Nach den Lauf­rä­dern in der letz­ten Woche ist heute die Bestel­lung des Rah­mens in der für das Pro­jekt pas­sen­den Farbe ver­ge­ben wor­den. War­te­zeit bis zur Aus­lie­fe­rung des lackier­ten Rah­mens:  4 Wochen.