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Datenrettung weitestgehend erfolgreich

Nach mehr­mo­na­ti­gen Arbei­ten an der Ret­tung des Daten­be­stan­des zeich­net sich lang­sam aber sicher ab, dass weit­ge­hend alle Bil­der, Video– und Audio­auf­nah­men der letz­ten Jahre gesi­chert wer­den konn­ten. Der­zeit haben wir zwar noch die Sich­tung eini­ger Tera­byte an redun­danten und kor­rup­ten Daten vor uns, ein gro­ßer Teil der alten Daten liegt jedoch schon wie­der in struk­tu­rier­ter Form vor.

Damit soll­ten wir in der Lage sein, das Pro­jekt mit einer Ver­zö­ge­rung von nun­mehr mehr als neun Mona­ten abzu­schlie­ßen.

Datenkorruption und keine Ende in Sicht

Nach den erfolg­rei­chen Test­läu­fen mit dem neuen Spei­cher­sys­tem began­nen die ers­ten Ansätze zum Aus­le­sen der Daten aus den defek­ten RAID-Kon­fi­gu­ra­tio­nen sehr viel­ver­spre­chend.

Die Kon­fi­gu­ra­tion der defek­ten Fest­plat­ten­ver­bünde wurde von der ein­ge­setz­ten Soft­ware gefun­den und nach eini­gen Tagen Ana­ly­se­zeit wur­den von sel­bi­ger Soft­ware auch kopier- und damit rett­bare Nutz­da­ten ange­zeigt. Einige wei­tere Tage spä­ter war auch der erste Kopier­vor­gang von „defekt“ auf „neu“ abge­schlos­sen. Eine erste grobe manu­elle Durch­sicht zeigte bei Stich­pro­ben keine Auf­fäl­lig­kei­ten in Bezug auf Voll­stän­dig­keit der Daten und deren Qua­li­tät.

Zur Sicher­heit wie­der­hol­ten wir den gesam­ten Vor­gang des Aus­le­sen der RAID-Kon­fi­gu­ra­tion sowie des Kopie­rens der anschlie­ßend gefun­de­nen Daten noch ein­mal mit Hilfe einer zwei­ten Soft­ware. Im Anschluss daran ver­gli­chen wir die von Soft­ware 1 rekon­stru­ier­ten mit den von Soft­ware 2 geret­te­ten Daten auf Bit-genaue Über­ein­stim­mung. Weni­ger zu unse­rer Über­ra­schung als viel­mehr zu unse­rer Ent­täu­schung unter­schie­den sich die Daten­sätze doch sehr erheb­lich. Sowohl in Bezug auf die Anzahl der gefun­de­nen und kopier­ten Dateien als auch in Bezug auf deren jewei­lige Größe. Stich­pro­ben zeig­ten aber auch bei die­sem zwei­ten Daten­satz auf den ers­ten Blick keine Auf­fäl­lig­kei­ten in Bezug auf Voll­stän­dig­keit und Qua­li­tät der Daten.

Aus die­sem Grunde ent­schlos­sen wir uns zum Ein­satz einer drit­ten Soft­ware zum Ret­ten unse­rer Daten von den defek­ten RAID-Kon­fi­gu­ra­tio­nen. Das Ergeb­nis: Ein drit­ter, von Daten­satz 1 und 2 ver­schie­de­ner Satz an Dateien. Viel Freude hat die­ser Fakt bei uns nicht ver­brei­tet.

Beim direk­ten Ver­gleich der nun­mehr drei Daten­sätze fiel uns dann ein Umstand auf, der uns an der Qua­li­tät der Daten­ret­tungs­pro­gramme zwei­feln läßt: Bei einer Viel­zahl der geret­te­ten Bild­da­teien stim­men sowohl die EXIF-Daten als auch die Datei­na­men nicht mehr. So hat zum Bei­spiel ein Bild vom 01.01.2014 statt eines ent­spre­chen­den Datei­na­mens und ent­spre­chen­der Auf­nah­me­da­ten in den EXIF-Fel­dern der Datei nun­mehr einen Datei­na­men der eine Ent­ste­hung des Bil­des zum Bei­spiel am 01.07.2014 nahe­legt, sowie EXIF-Anga­ben, nach denen das Bild zum Bei­spiel am 30.10.2013 statt mit Kamera X mit Kamera Y erstellt wor­den sein soll. Nach umfang­rei­chem Ver­gleich las­sen sich diese Feh­ler in allen drei Daten­sät­zen fest­stel­len. Es sind jedoch unter­schied­li­che Dateien von die­sen Feh­lern betrof­fen. Das Bild die­ser Art der Daten­kor­rup­tion sieht abs­tra­hiert wie folgt aus:

Schema der Daten­kor­rup­tion bei unter­schied­li­chen Daten­ret­tungs­pro­gram­men
  Soft­ware 1Soft­ware 2Soft­ware 3
Bild 1gefun­den & kopiertjajanein
Datei­namekor­rektfalsch
EXIF-Datenfalschfalsch
Bild 2gefun­den & kopiertjaneinja
Datei­namefalschkor­rekt
EXIF-Datenkor­rektfalsch
Bild 3gefun­den & kopiertneinjaja
Datei­namekor­rektfalsch
EXIF-Datenkor­rektfalsch
Bild 4gefun­den & kopiertjajaja
Datei­namefalschkor­rektfalsch
EXIF-Datenkor­rektkor­rektfalsch

Die Kon­se­quenz aus die­sen drei Ret­tungs­ver­su­chen mit ihren jeweils unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen: Nach einem auto­ma­ti­schen Zusam­men­füh­ren der drei Daten­sätze müs­sen alle in die­sem neuen Daten­satz ent­hal­te­nen Daten wei­test­ge­hend manu­ell auf Voll­stän­dig­keit und Kor­rekt­heit geprüft wer­den. Und das nimmt lei­der sehr viel Zeit in Anspruch…

Dies bedeu­tet wie­derum, dass wir uns zur Nach­be­ar­bei­tung des Grenz­land-Pro­jek­tes nach dem gegen­wär­ti­gen Stand der Dinge eine neue Arbeits­platt­form besor­gen müs­sen, da die bestehende durch den not­wen­di­gen Sich­tungs- und  Vali­die­rungs­pro­zess der Alt­da­ten auf unab­seh­bar lange Zeit blo­ckiert sein wird.

Sobald ein dies­be­züg­li­cher Zeit­ho­ri­zont sicht­bar wird, geben wir an die­ser Stelle dar­über Aus­kunft.

Ein neues Speichersystem

Auf Basis der Erfah­rung der letz­ten Jahre als auch in Hin­blick auf die Art und Weise des Aus­falls des bis dahin wich­tigs­ten Teils unse­rer bis­he­ri­gen Spei­cher­lö­sun­gen vor ein paar Wochen haben wir uns für die Beschaf­fung eines neuen NAS (Net­work Atta­ched Sto­rage) als neuen Daten­spei­cher ent­schie­den.

Das Gerät wird in der Anfangs­kon­fi­gu­ra­tion um die 24 Ter­ry­Byte Spei­cher­ka­pa­zi­tät (netto) haben und sollte damit gerade groß genug sein, um die Daten aus unse­ren feh­ler­haf­ten Fest­plat­ten­ver­bün­den (RAID) auf­zu­neh­men.

Wenn es klappt, so wird das Gerät kurz vor den Fei­er­ta­gen gelie­fert und wir kön­nen es wäh­rend des Jah­res­wech­sels aus­gie­big und in Ruhe tes­ten. Mit Beginn des neues Jah­res soll­ten wir dann so weit sein, die Daten aus den defek­ten Spei­chern aus­zu­le­sen und auf das neue Sys­tem zu über­tra­gen.

Ab Anfang Februar 2015 soll­ten wir — sofern die Daten­ret­tung erfolg­reich ist — dann wie­der zu dem Arbeits­stand zurück­keh­ren kön­nen, an wel­chem wir vor dem uner­war­te­ten Tech­nik­aus­fall waren.

Datensicherung

Lang­sam, ganz lang­sam lich­tet sich der Nebel um den Aus­fall unse­rer Daten­si­che­rungs­sys­teme. Wenn wir ganz viel Glück haben und in den letz­ten Tagen kei­nen Feh­ler bei der Ana­lyse und Pla­nung gemacht haben, so soll­ten sich unsere Pho­tos, Video- und Audio­auf­nah­men aus den letz­ten 5 Jah­ren ret­ten las­sen.

Sowohl in dem aus­ge­fal­le­nen Haupt­sys­tem als auch im Sys­tem für die Siche­rungs­ko­pien sind mehr Fest­plat­ten tech­nisch feh­ler­frei als für eine Daten­ret­tung zwin­gend benö­tigt wer­den. Dies lässt uns hof­fen, mit geeig­ne­ter Soft­ware und ein wenig tech­ni­schem Sach­ver­stand den Inhalt der feh­ler­haf­ten Fest­plat­ten­ver­bünde aus­le­sen zu kön­nen. Um die Daten zu sichern, benö­ti­gen wir jedoch ein neues Spei­cher­sys­tem mit aus­rei­chen­der Kapa­zi­tät, auf wel­ches wir die zu ret­ten­den Daten kopie­ren kön­nen. Unser Bestand an Daten­spei­chern bezie­hungs­weise der freie Spei­cher­platz auf die­sen reicht zumin­dest nicht aus, um alle Daten aus den defek­ten Spei­chern auf­zu­neh­men.

Bevor wir mit der Daten­si­che­rung anfan­gen kön­nen müs­sen wir des­halb zunächst ein neues Spei­cher­sys­tem mit aus­rei­chend hoher Kapa­zi­tät beschaf­fen.