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Datenrettung weitestgehend erfolgreich

Nach mehr­mo­na­ti­gen Arbei­ten an der Ret­tung des Daten­be­stan­des zeich­net sich lang­sam aber sicher ab, dass weit­ge­hend alle Bil­der, Video– und Audio­auf­nah­men der letz­ten Jahre gesi­chert wer­den konn­ten. Der­zeit haben wir zwar noch die Sich­tung eini­ger Tera­byte an redun­danten und kor­rup­ten Daten vor uns, ein gro­ßer Teil der alten Daten liegt jedoch schon wie­der in struk­tu­rier­ter Form vor.

Damit soll­ten wir in der Lage sein, das Pro­jekt mit einer Ver­zö­ge­rung von nun­mehr mehr als neun Mona­ten abzu­schlie­ßen.

Datenkorruption und keine Ende in Sicht

Nach den erfolg­rei­chen Test­läu­fen mit dem neuen Spei­cher­sys­tem began­nen die ers­ten Ansätze zum Aus­le­sen der Daten aus den defek­ten RAID-Kon­fi­gu­ra­tio­nen sehr viel­ver­spre­chend.

Die Kon­fi­gu­ra­tion der defek­ten Fest­plat­ten­ver­bünde wurde von der ein­ge­setz­ten Soft­ware gefun­den und nach eini­gen Tagen Ana­ly­se­zeit wur­den von sel­bi­ger Soft­ware auch kopier- und damit rett­bare Nutz­da­ten ange­zeigt. Einige wei­tere Tage spä­ter war auch der erste Kopier­vor­gang von „defekt“ auf „neu“ abge­schlos­sen. Eine erste grobe manu­elle Durch­sicht zeigte bei Stich­pro­ben keine Auf­fäl­lig­kei­ten in Bezug auf Voll­stän­dig­keit der Daten und deren Qua­li­tät.

Zur Sicher­heit wie­der­hol­ten wir den gesam­ten Vor­gang des Aus­le­sen der RAID-Kon­fi­gu­ra­tion sowie des Kopie­rens der anschlie­ßend gefun­de­nen Daten noch ein­mal mit Hilfe einer zwei­ten Soft­ware. Im Anschluss daran ver­gli­chen wir die von Soft­ware 1 rekon­stru­ier­ten mit den von Soft­ware 2 geret­te­ten Daten auf Bit-genaue Über­ein­stim­mung. Weni­ger zu unse­rer Über­ra­schung als viel­mehr zu unse­rer Ent­täu­schung unter­schie­den sich die Daten­sätze doch sehr erheb­lich. Sowohl in Bezug auf die Anzahl der gefun­de­nen und kopier­ten Dateien als auch in Bezug auf deren jewei­lige Größe. Stich­pro­ben zeig­ten aber auch bei die­sem zwei­ten Daten­satz auf den ers­ten Blick keine Auf­fäl­lig­kei­ten in Bezug auf Voll­stän­dig­keit und Qua­li­tät der Daten.

Aus die­sem Grunde ent­schlos­sen wir uns zum Ein­satz einer drit­ten Soft­ware zum Ret­ten unse­rer Daten von den defek­ten RAID-Kon­fi­gu­ra­tio­nen. Das Ergeb­nis: Ein drit­ter, von Daten­satz 1 und 2 ver­schie­de­ner Satz an Dateien. Viel Freude hat die­ser Fakt bei uns nicht ver­brei­tet.

Beim direk­ten Ver­gleich der nun­mehr drei Daten­sätze fiel uns dann ein Umstand auf, der uns an der Qua­li­tät der Daten­ret­tungs­pro­gramme zwei­feln läßt: Bei einer Viel­zahl der geret­te­ten Bild­da­teien stim­men sowohl die EXIF-Daten als auch die Datei­na­men nicht mehr. So hat zum Bei­spiel ein Bild vom 01.01.2014 statt eines ent­spre­chen­den Datei­na­mens und ent­spre­chen­der Auf­nah­me­da­ten in den EXIF-Fel­dern der Datei nun­mehr einen Datei­na­men der eine Ent­ste­hung des Bil­des zum Bei­spiel am 01.07.2014 nahe­legt, sowie EXIF-Anga­ben, nach denen das Bild zum Bei­spiel am 30.10.2013 statt mit Kamera X mit Kamera Y erstellt wor­den sein soll. Nach umfang­rei­chem Ver­gleich las­sen sich diese Feh­ler in allen drei Daten­sät­zen fest­stel­len. Es sind jedoch unter­schied­li­che Dateien von die­sen Feh­lern betrof­fen. Das Bild die­ser Art der Daten­kor­rup­tion sieht abs­tra­hiert wie folgt aus:

Schema der Daten­kor­rup­tion bei unter­schied­li­chen Daten­ret­tungs­pro­gram­men
  Soft­ware 1Soft­ware 2Soft­ware 3
Bild 1gefun­den & kopiertjajanein
Datei­namekor­rektfalsch
EXIF-Datenfalschfalsch
Bild 2gefun­den & kopiertjaneinja
Datei­namefalschkor­rekt
EXIF-Datenkor­rektfalsch
Bild 3gefun­den & kopiertneinjaja
Datei­namekor­rektfalsch
EXIF-Datenkor­rektfalsch
Bild 4gefun­den & kopiertjajaja
Datei­namefalschkor­rektfalsch
EXIF-Datenkor­rektkor­rektfalsch

Die Kon­se­quenz aus die­sen drei Ret­tungs­ver­su­chen mit ihren jeweils unter­schied­li­chen Ergeb­nis­sen: Nach einem auto­ma­ti­schen Zusam­men­füh­ren der drei Daten­sätze müs­sen alle in die­sem neuen Daten­satz ent­hal­te­nen Daten wei­test­ge­hend manu­ell auf Voll­stän­dig­keit und Kor­rekt­heit geprüft wer­den. Und das nimmt lei­der sehr viel Zeit in Anspruch…

Dies bedeu­tet wie­derum, dass wir uns zur Nach­be­ar­bei­tung des Grenz­land-Pro­jek­tes nach dem gegen­wär­ti­gen Stand der Dinge eine neue Arbeits­platt­form besor­gen müs­sen, da die bestehende durch den not­wen­di­gen Sich­tungs- und  Vali­die­rungs­pro­zess der Alt­da­ten auf unab­seh­bar lange Zeit blo­ckiert sein wird.

Sobald ein dies­be­züg­li­cher Zeit­ho­ri­zont sicht­bar wird, geben wir an die­ser Stelle dar­über Aus­kunft.

Ein neues Speichersystem

Auf Basis der Erfah­rung der letz­ten Jahre als auch in Hin­blick auf die Art und Weise des Aus­falls des bis dahin wich­tigs­ten Teils unse­rer bis­he­ri­gen Spei­cher­lö­sun­gen vor ein paar Wochen haben wir uns für die Beschaf­fung eines neuen NAS (Net­work Atta­ched Sto­rage) als neuen Daten­spei­cher ent­schie­den.

Das Gerät wird in der Anfangs­kon­fi­gu­ra­tion um die 24 Ter­ry­Byte Spei­cher­ka­pa­zi­tät (netto) haben und sollte damit gerade groß genug sein, um die Daten aus unse­ren feh­ler­haf­ten Fest­plat­ten­ver­bün­den (RAID) auf­zu­neh­men.

Wenn es klappt, so wird das Gerät kurz vor den Fei­er­ta­gen gelie­fert und wir kön­nen es wäh­rend des Jah­res­wech­sels aus­gie­big und in Ruhe tes­ten. Mit Beginn des neues Jah­res soll­ten wir dann so weit sein, die Daten aus den defek­ten Spei­chern aus­zu­le­sen und auf das neue Sys­tem zu über­tra­gen.

Ab Anfang Februar 2015 soll­ten wir — sofern die Daten­ret­tung erfolg­reich ist — dann wie­der zu dem Arbeits­stand zurück­keh­ren kön­nen, an wel­chem wir vor dem uner­war­te­ten Tech­nik­aus­fall waren.

Datensicherung

Lang­sam, ganz lang­sam lich­tet sich der Nebel um den Aus­fall unse­rer Daten­si­che­rungs­sys­teme. Wenn wir ganz viel Glück haben und in den letz­ten Tagen kei­nen Feh­ler bei der Ana­lyse und Pla­nung gemacht haben, so soll­ten sich unsere Pho­tos, Video- und Audio­auf­nah­men aus den letz­ten 5 Jah­ren ret­ten las­sen.

Sowohl in dem aus­ge­fal­le­nen Haupt­sys­tem als auch im Sys­tem für die Siche­rungs­ko­pien sind mehr Fest­plat­ten tech­nisch feh­ler­frei als für eine Daten­ret­tung zwin­gend benö­tigt wer­den. Dies lässt uns hof­fen, mit geeig­ne­ter Soft­ware und ein wenig tech­ni­schem Sach­ver­stand den Inhalt der feh­ler­haf­ten Fest­plat­ten­ver­bünde aus­le­sen zu kön­nen. Um die Daten zu sichern, benö­ti­gen wir jedoch ein neues Spei­cher­sys­tem mit aus­rei­chen­der Kapa­zi­tät, auf wel­ches wir die zu ret­ten­den Daten kopie­ren kön­nen. Unser Bestand an Daten­spei­chern bezie­hungs­weise der freie Spei­cher­platz auf die­sen reicht zumin­dest nicht aus, um alle Daten aus den defek­ten Spei­chern auf­zu­neh­men.

Bevor wir mit der Daten­si­che­rung anfan­gen kön­nen müs­sen wir des­halb zunächst ein neues Spei­cher­sys­tem mit aus­rei­chend hoher Kapa­zi­tät beschaf­fen.

Datenhaltung und ‑verluste

Nur wenige Tage nach­dem wir begon­nen haben unser umfang­rei­ches Mate­rial zu sich­ten, zu kata­lo­gi­sie­ren und zu bear­bei­ten wer­den wir vor eine beson­dere Her­aus­for­de­rung gestellt: Sowohl in unse­rem Haupt­ar­beits­rech­ner als auch in unse­rem Daten­si­che­rungs­sys­tem fal­len nahezu gleich­zei­tig meh­rere Fest­plat­ten­ver­bünde (RAID) aus. Ein Zugriff auf die auf die­sen Sys­te­men gespei­cher­ten Daten ist vor­erst ein­mal nicht mög­lich.

Da wir die wäh­rend der Grenz­land-Reise erstell­ten Bil­der, Video- und Ton­auf­nah­men auf den mobi­len Daten­trä­gern jedoch noch nicht gelöscht und mit neue­rem Mate­rial über­schrie­ben haben, müs­sen wir zum Glück in Bezug auf die­ses Mate­rial kei­nen Daten­ver­lust befürch­ten. Zumin­dest solange nicht, wie diese Daten­trä­ger nicht kaputt oder ver­lo­ren gehen.

Auf­grund der Größe der aus­ge­fal­len Spei­cher­ka­pa­zi­tät kön­nen wir in den nächs­ten Wochen vor­erst nicht an der Pro­jekt­do­ku­men­ta­tion arbei­ten. Zuerst müs­sen die auf den aus­ge­fal­len Spei­cher­sys­te­men abge­leg­ten Daten wie­der­her­ge­stellt und auf Kon­sis­tenz und Voll­stän­dig­keit geprüft wer­den. Diese Arbeit hat inso­fern Vor­rang, als dass es sich bei den der­zeit nicht ver­füg­ba­ren Daten um den gesam­ten Bestand an Auf­zeich­nun­gen aus den letz­ten 5 Jah­ren han­delt. Für ältere Daten haben wir dezen­tral gela­gerte Siche­rungs­ko­pien. Nur die Bil­der, Videos, Texte und Audio­auf­nah­men von den letz­ten Rei­sen und Pro­jek­ten lagen aus­schließ­lich auf den bei­den teil­weise defek­ten Spei­cher­sys­te­men.

Und was ler­nen wir dar­aus? Eine Siche­rungs­ko­pie pro Datei reicht offen­sicht­lich nicht aus.

 

Tag 7 — Vyborg

Die Straße von Nui­ja­maa nach Vyborg ist in schlech­ter Ver­fas­sung. Des­halb ist erst auf den wesent­lich bes­se­ren Stra­ßen­ober­flä­chen in Vyborg zu bemer­ken, dass das Las­ten­rad wäh­rend der Fahrt unre­gel­mä­ßig abge­bremst wird. Ver­zo­gene Lauf­rä­der kön­nen auf­grund der Unre­gel­mä­ßig­keit als Ursa­che für die spo­ra­di­sche Ver­zö­ge­rung das Rades aus­ge­schlos­sen wer­den. Hät­ten die Lauf­rä­der einen Defekt, so wäre die­ser regel­mä­ßig spür­bar. Nach inten­si­ver Inspek­tion stellt sich her­aus, dass sich die Schrau­ben der hin­te­ren Schei­ben­bremse nahezu voll­stän­dig gelöst haben und in Abhän­gig­keit von der ver­ti­ka­len Aus­rich­tung des Fahr­ra­des an der exter­nen Schalt­steue­rung des Roh­loff-Getrie­bes scheu­ern. Wird das Rad in der Bewe­gung nach links gekippt, rut­schen die Schrau­ben aus ihrer Auf­nah­me­boh­rung und sto­ßen dann an das Gehäuse der Schalt­an­steue­rung. In Abhän­gig­keit davon wie weit die Schrau­ben aus der Auf­nahme rut­schen ist der Schleif­wi­der­stand der Schrau­ben­köpfe am Gehäuse der Schalt­an­steue­rung mal mehr mal weni­ger stark spür­bar. In der Kon­se­quenz heisst der Umstand der gelös­ten Schrau­ben, dass ent­we­der die Dreh­mo­men­tan­ga­ben von Roh­loff falsch sind oder mein Dreh­mo­ment­schlüs­sel nicht kor­rekt arbei­tet. Einen Feh­ler mit falsch ein­ge­stell­tem Dreh­mo­ment beim Fest­zie­hen der Schrau­ben kann ich aus­schlie­ßen, da ich alle Schrau­ben am Rad vor der Abreise noch ein­mal mit den jeweils ent­spre­chen­den maxi­ma­len Wer­ten über­prüft habe.

Wir kön­nen uns glück­lich schät­zen, die­sen Umstand recht­zei­tig bemerkt zu haben. Denn es wäre nur eine Frage der Zeit gewe­sen, bis eine der vier Schrau­ben sich so weit aus ihrer Auf­nahme gelöst hätte, bis sie durch das Gehäuse der exter­nen Schalt­an­steue­rung voll­stän­dig blo­ckiert wor­den wäre. Das Ergeb­nis wäre ein abrup­ter Stop des Hin­ter­rads gewe­sen. Je nach Rota­ti­ons­ge­schwin­dig­keit des Rades in die­sem Moment, hätte es unter Umstän­den nicht nur die ein­zelne Schraube aus ihrer Boh­rung geris­sen, son­dern even­tu­ell die Brems­scheibe, die Schalt­an­steue­rung sowie viel­leicht auch den Flansch der Roh­loff-Getrieb­nabe beschä­digt. Ein sol­cher Scha­den hätte an die­sem Ort mit hoher Wahr­schein­lich­keit das Ende des Pro­jek­tes bedeu­tet, zumin­dest aber eine mehr­tä­gige War­te­zeit auf Ersatz­teile und eine Repa­ra­tur nach sich gezo­gen.

Auf­grund der zeit­auf­wen­di­gen Feh­ler­su­che müs­sen wir die Stadt­er­kun­dung auf den nächs­ten Tag ver­schie­ben. Als Aus­gleich für den Zeit­ver­lust cam­pie­ren wir direkt im Stadt­zen­trum mit Blick auf das Vybor­ger Schloss.

Tag 6 — Von Helsinki nach Vyborg

Obwohl uns die Bahn­mit­ar­bei­ter in Hel­sinki in den Vor­ta­gen in inten­si­ven und lan­gen Dis­kus­sio­nen von unse­rem Vor­ha­ben abbrin­gen woll­ten, mit dem Las­ten­fahr­rad per Eisen­bahn Rich­tung rus­si­scher Grenze zu fah­ren, fin­den wir heute im Zug sehr schnell einen pas­sen­den Abstell­platz für das Fahr­rad. Nach kur­zer Rück­spra­che mit dem Schaff­ner stel­len wir das Rad in den Zugangs­weg zum Mut­ter-Kind-Abteil. Da die­ser Weg sowohl für die Kin­der­wa­gen als auch Roll­stühle recht breit aus­ge­legt ist, behin­dert das Rad den Zugang zum Abteil nicht.

Wir fah­ren mit dem Zug bis Lap­pe­en­ranta und nach kur­zer Stadt­be­sich­ti­gung von hier aus mit dem Rad wei­ter Rich­tung Osten, Rich­tung rus­si­scher Grenze.

Auf dem Weg zur rus­si­schen Grenze fällt uns die schnell zuneh­mende, hohe Dichte rus­si­scher PKW im Stra­ßen­bild auf. Ebenso über­rascht uns vor der Grenze die Viel­zahl an Geschäf­ten und Super­märk­ten ent­lang der Straße, die sich mit ihrem Ange­bot direkt und aus­schließ­lich an rus­si­sche Kun­den wen­den. In die­sen Geschäf­ten ver­kau­fen Rus­sisch-Mut­ter­sprach­ler mit Arbeits­vi­sum für Finn­land aus­schließ­lich rus­sisch beschrif­tete Waren an Rus­sen. Die Kun­den zah­len mit roten und gel­ben Euro-Schei­nen und erwar­ten keine Cent-Mün­zen im Rück­geld. Finn­land als Bil­lig-Ein­kaufs­land für Rus­sen. Im Ver­gleich zu den End­ver­brau­cher­prei­sen in Deutsch­land sind die Preise in die­sen Super­märk­ten jedoch kei­nes­falls güns­tig. Es erscheint uns recht skur­ril, dass ein gro­ßer Teil der auf rus­sisch eti­ket­tier­ten Ware in Deutsch­land her­ge­stellt wird. Warum Rus­sen nach Finn­land fah­ren, um hier gezielt in Super­märk­ten zum Bei­spiel in Deutsch­land her­ge­stell­ten Buch­wei­zen oder gar in Deutsch­land her­ge­stellte Back­wa­ren zu kau­fen, erschließt sich uns vor Ort nicht. Die Mehr­heit der ange­bo­te­nen Waren wer­den auch in Russ­land her­ge­stellt und soll­ten ins­be­son­dere vor dem Hin­ter­grund der erst kürz­lich erfolg­ten Abwer­tung des Außen­werts des Rubels gegen­über dem Euro in Russ­land deut­lich preis­wer­ter zu erwer­ben sein als in Finn­land. Auf die­sen Umstand ange­spro­chen erklä­ren die Ver­käu­fer uns gegen­über aus der Ukraine zu stam­men und des­halb kei­nen Über­blick über die Preis­struk­tur von All­tags­wa­ren in Russ­land zu besit­zen.

Der Grenz­über­tritt mit dem Fahr­rad über den Grenz­über­gang Nui­ja­maa erweist sich als über­ra­schend pro­blem­los. Wider Erwar­ten wer­den wir nicht her­aus­ge­wun­ken und geson­dert inspi­ziert. Es stellt sich im Gegen­teil als schwie­rig her­aus, kon­krete Infor­ma­tio­nen über not­wen­dige Dekla­ra­tio­nen zur Ein- und Wie­der­aus­fuhr hoch­prei­si­ger Photo- und Video­tech­nik zu erhal­ten. Die rus­si­schen Zoll­be­diens­te­ten sind mit unse­ren dies­be­züg­li­chen Fra­gen sicht­bar über­for­dert. Ent­ge­gen der ein­deu­ti­gen und ein­schlä­gi­gen Infor­ma­tio­nen zu den dies­be­züg­li­chen Ein­fuhr- und Aus­fuhr­be­din­gun­gen in ihrem Schau­kas­ten sind die Uni­for­mier­ten der Mei­nung wir müss­ten für unsere Tech­nik keine Zoll­erklä­rung abge­ben. Da dies in den Vor­jah­ren bei gleich­lau­ten­den Aus­hän­gen jedoch anders gehand­habt wurde, bestehen wir dar­auf zumin­dest einen Teil unse­rer Tech­nik zu dekla­rie­ren. Die sehr spe­zi­el­len Erfah­run­gen an den ver­schie­de­nen rus­si­schen Grenz­über­gangs­stel­len in den 1990er und 2000er Jah­ren bre­chen sich in die­sem Zusam­men­hang im Unter­be­wusst­sein wohl noch Bahn. Lie­ber ein offi­zi­ell gestem­pel­tes Doku­ment zu viel, als eines zu wenig lau­tet hier das Motto aus der Erfah­rung der Ver­gan­gen­heit.

Da die Grenz­ab­fer­ti­gung auf­grund unse­res Wun­sches nach frei­wil­li­ger Zoll­de­kla­ra­tion deut­lich län­ger gedau­ert hat als geplant, schaf­fen wir es an die­sem Tag nicht mehr bis nach Vyborg und über­nach­ten des­halb auf hal­ber Stre­cke das erste Mal auf die­ser Reise im Zelt am Ufer des Sai­maa-Kanals.

Camping in Karelien
Cam­ping in Kare­lien

Tag 3 — Stadtrundfahrt in Helsinki und Bahnfahrtkarten

Nach Ankunft der Fähre in Hel­sinki gilt es zuerst einige Kilo­me­ter vom Ter­mi­nal in die Innen­stadt zu radeln, wo wir unse­ren Gast­ge­ber für die nächs­ten drei Tage tref­fen. Mit die­sem zusam­men erkun­den wir im Anschluss mit dem Rad die Stadt und machen uns mit den ört­li­chen Gege­ben­hei­ten ver­traut. Das Wet­ter ist für diese erste Rund­fahrt zu den Sehens­wür­dig­kei­ten Hel­sin­kis bes­tens geeig­net. Schöns­tes Tou­ris­ten­wet­ter für Post­kar­ten­mo­tive.

Da wir in drei Tagen mit dem Zug von Hel­sinki bis in die Nähe der rus­si­schen Grenze fah­ren möch­ten um Zeit zu spa­ren, füh­len wir am Abend am Bahn­hof vor, ob und wenn ja in wel­che Zug­gar­ni­tu­ren unse­rer Las­ten­rad passt. Diese Son­die­rung vor Ort ist ernüch­ternd. Obwohl es in Hel­sinki ein sehr gut aus­ge­bau­tes Netz an Fahr­rad­we­gen gibt, ist das rol­lende Mate­rial in Finn­land nicht auf eine grö­ßere Anzahl von Rad­fah­rern im Zug ange­passt. Es gibt zwar in jedem Zug 2–3 Stell­plätze für Fahr­rä­der, diese Plätze sind jedoch schwer zugäng­lich und bes­ten­falls für leichte Sport­rä­der geeig­net.

Die Frage nach einer Mit­nah­me­mög­lich­keit unse­res Las­ten­des in einem Zug über­for­dert die Ange­stell­ten der fin­ni­schen Bahn sicht­lich. Nach zähen Ver­hand­lun­gen schaf­fen wir es, die Schal­ter­be­diens­tete zu einer unver­bind­li­chen Reser­vie­rung von zwei Fahr­rad­kar­ten für den geplan­ten Abfahrt­tag zu über­re­den. In Hin­blick auf die Größe des Las­ten­ra­des ver­weist sie mehr­fach auf Rege­lun­gen zur Fahr­rad­mit­nahme in fin­ni­schen Zügen und macht dabei deut­lich, dass die­ses Rad nicht mit­ge­nom­men wer­den könne. Wir sol­len einen Ser­vice anru­fen und uns dort nach Trans­port­mög­lich­kei­ten für das Rad erkun­di­gen. Wir ver­spre­chen dies zu tun und mit der Aus­kunft in der Hand am nächs­ten Tag wie­der­zu­kom­men.

Tag 2 — Überfahrt von Deutschland nach Finnland

An die­sem zwei­ten Tag unse­rer Reise kann man nicht so viel tun. Die Mög­lich­kei­ten auf der Fähre von Tra­ve­münde nach Hel­sinki sind beschränkt. Der Zugang zu den Rädern auf dem Park­deck für Autos ist blo­ckiert und der Bewe­gungs­raum für die Pas­sa­giere auf dem Schiff sehr über­sicht­lich. Ein Inter­net-Zugang exis­tiert, ist sogar kos­ten­los, dafür aber so lang­sam, dass er de facto unbrauch­bar ist. Wir kön­nen des­halb aus­schla­fen.

Den Rest des Tages schla­gen wir mit Sauna und Akku­mu­la­tor-Laden tot.

Zimmer mit Ausblick aufs Meer
Zim­mer mit Aus­blick aufs Meer

Der Kofferraum

Mit einem Tag Ver­zö­ge­rung ist heute die Beschrif­tung für den Fahr­rad­kof­fer fer­tig gewor­den. Das Rot ist nicht ganz der Farb­ton der es hätte sein sol­len, aber das fällt wohl nur jeman­dem auf, der auch die Design­vor­lage mit den Farb­wer­ten gese­hen hat. 😉

Projektfahrrad mit Cargo-Box
Pro­jekt­fahr­rad mit Cargo-Box

Obwohl die Kiste für sich recht leicht ist, ändert sich mit der mon­tier­ten Kiste das Fahr­ver­hal­ten des Rades doch spür­bar. Mal gucken wie sich das Rad mit vol­ler Zula­dung ver­hält.