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Tag 7 — Vyborg

Die Straße von Nui­ja­maa nach Vyborg ist in schlech­ter Ver­fas­sung. Des­halb ist erst auf den wesent­lich bes­se­ren Stra­ßen­ober­flä­chen in Vyborg zu bemer­ken, dass das Las­ten­rad wäh­rend der Fahrt unre­gel­mä­ßig abge­bremst wird. Ver­zo­gene Lauf­rä­der kön­nen auf­grund der Unre­gel­mä­ßig­keit als Ursa­che für die spo­ra­di­sche Ver­zö­ge­rung das Rades aus­ge­schlos­sen wer­den. Hät­ten die Lauf­rä­der einen Defekt, so wäre die­ser regel­mä­ßig spür­bar. Nach inten­si­ver Inspek­tion stellt sich her­aus, dass sich die Schrau­ben der hin­te­ren Schei­ben­bremse nahezu voll­stän­dig gelöst haben und in Abhän­gig­keit von der ver­ti­ka­len Aus­rich­tung des Fahr­ra­des an der exter­nen Schalt­steue­rung des Roh­loff-Getrie­bes scheu­ern. Wird das Rad in der Bewe­gung nach links gekippt, rut­schen die Schrau­ben aus ihrer Auf­nah­me­boh­rung und sto­ßen dann an das Gehäuse der Schalt­an­steue­rung. In Abhän­gig­keit davon wie weit die Schrau­ben aus der Auf­nahme rut­schen ist der Schleif­wi­der­stand der Schrau­ben­köpfe am Gehäuse der Schalt­an­steue­rung mal mehr mal weni­ger stark spür­bar. In der Kon­se­quenz heisst der Umstand der gelös­ten Schrau­ben, dass ent­we­der die Dreh­mo­men­tan­ga­ben von Roh­loff falsch sind oder mein Dreh­mo­ment­schlüs­sel nicht kor­rekt arbei­tet. Einen Feh­ler mit falsch ein­ge­stell­tem Dreh­mo­ment beim Fest­zie­hen der Schrau­ben kann ich aus­schlie­ßen, da ich alle Schrau­ben am Rad vor der Abreise noch ein­mal mit den jeweils ent­spre­chen­den maxi­ma­len Wer­ten über­prüft habe.

Wir kön­nen uns glück­lich schät­zen, die­sen Umstand recht­zei­tig bemerkt zu haben. Denn es wäre nur eine Frage der Zeit gewe­sen, bis eine der vier Schrau­ben sich so weit aus ihrer Auf­nahme gelöst hätte, bis sie durch das Gehäuse der exter­nen Schalt­an­steue­rung voll­stän­dig blo­ckiert wor­den wäre. Das Ergeb­nis wäre ein abrup­ter Stop des Hin­ter­rads gewe­sen. Je nach Rota­ti­ons­ge­schwin­dig­keit des Rades in die­sem Moment, hätte es unter Umstän­den nicht nur die ein­zelne Schraube aus ihrer Boh­rung geris­sen, son­dern even­tu­ell die Brems­scheibe, die Schalt­an­steue­rung sowie viel­leicht auch den Flansch der Roh­loff-Getrieb­nabe beschä­digt. Ein sol­cher Scha­den hätte an die­sem Ort mit hoher Wahr­schein­lich­keit das Ende des Pro­jek­tes bedeu­tet, zumin­dest aber eine mehr­tä­gige War­te­zeit auf Ersatz­teile und eine Repa­ra­tur nach sich gezo­gen.

Auf­grund der zeit­auf­wen­di­gen Feh­ler­su­che müs­sen wir die Stadt­er­kun­dung auf den nächs­ten Tag ver­schie­ben. Als Aus­gleich für den Zeit­ver­lust cam­pie­ren wir direkt im Stadt­zen­trum mit Blick auf das Vybor­ger Schloss.