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Die nicht ganz private Internet-Präsenz Götz Burggrafs

Politische Witze

Auf meinen weiten Reisen durch vieler Herren Länder komme ich hin und wieder mit Einheimischen ins Plaudern. Nach den obligatorischen Gesprächseröffnungen mit den Fragen nach dem Wohin, Woher und Warum reden die Gesprächspartner gerne über Politik — vor allem in Ländern mit der Bezeichnung „Republik“ in der offiziellen Staatsbezeichnung. Dabei wird selten offen ausgesprochen, was der Sprecher von den prominenten Akteuren der Landespolitik hält. Häufig wird sich statt dessen eines Witzes bedient. Im Laufe der Zeit habe ich so eine Reihe von Witzen erzählt bekommen, welche ich hier auszugsweise — und soweit ich mich an sie erinnern kann — wiedergeben möchte.

Was ist kurz, lustig und zum sitzen?
Ein politischer Witz…

„Wieso gehst Du denn mit dem Radio in die Kirche?“
„Der Kerl muß beichten, weil er so viel lügt.“

Es wird erwogen, ob die Zeitungen enger gedruckt werden sollen, damit man nicht mehr soviel zwischen den Zeilen lesen kann.

Ein Conferencier erzählt auf der Bühne politische Witze. Im Publikum, in der ersten Reihe, sitzt einer Vertreter der Sicherheitsorgane und notiert eifrig die schnellen Pointen des Unterhaltungskünstlers mit. Darauf ruft ihm dieser von der Bühne zu: „Bin ich zu schnell? Kommen Sie mit? Oder muß ich mitkommen?“

Was ist der Unterschied zwischen dem Messias und dem Präsidenten? — Der Messias kommt nicht und der Präsident geht nicht.

In der unabhängigen Republik fällt ein Mann, der nicht schwimmen kann, in einen Fluß. Er schreit um Hilfe; in der Ferne spazieren zwei Polizisten — diese gehen aber trotz seiner Hilferufe gleichgültig weiter. Da kommt dem Mann eine Idee. „Nieder mit dem Präsidenten!“ brüllt er so laut er kann. Sofort springen die beiden Polizisten ins Wasser und ziehen ihn ans Land, um ihn ins Gefängnis zu bringen.

Aus einem Schüleraufsatz: „Die #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# wollen unsere Kultur zerstören und unsere Heimat total zugrunde richten. Doch unser Präsident ist ihnen zuvorgekommen.“

Was ist der Unterschied zwischen Juden und #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl#? — Die Juden haben es schon hinter sich.

In einer Schule fehlt das Bild des Präsidenten. Endlich wird es in einem Schrank gefunden. Entrüstet sagt der Lehrer: „Wie oft habe ich euch schon gesagt: ,Der Präsident gehört nicht eingesperrt, sondern aufgehängt.'“

„Wie unterhält sich heute ein kluger Mann mit einem dummen?“
„Vom Ausland aus, per Telephon.“

Sprichwort: Schweigen ist Gold und Reden ist Knast.

Was ist der Unterschied zwischen einem Osteuropäer und einem Westeuropäer?
Der Osteuropäer hat seine Zukunft schon einmal erlebt.

„Gibt es bei uns mehr Humor als anderswo?“
„Ja, klar. Aber wir haben ihn auch nötig.“

„Es ist schon schwer, bei der Führung des Landes nicht anzuecken“, meint ein Tourist nach der Rückkehr aus der nun unabhängigen Republik. „Beachtet man das was sie geschaffen hat nicht genügend, hält sie einen für einen Feind der unabhängigen Republik. Sieht man sich ihre Errungenschaften aber näher an, hält sie einen für einen Spion des Auslands.“

Plakat an einer Wand: „Keiner darf hungern, keiner darf frieren.“ Sagt ein Arbeiter zum anderen: „Ach, das dürfen wir auch nicht?“

Was ist der Unterschied zwischen FAZ / Süddeutsche Zeitung / Tagesspiegel / #bundesdeutsche Tagesspresse freier Wahl# und der New York Times / The Guardian / Le Monde / #internationale Tagespresse freier Wahl#? In der einen liest man Deutschland über alles und in der anderen liest man alles über Deutschland.

Ein Amerikaner, ein Japaner und ein Deutscher bekommen eine neue Technologie erklärt. Der Amerikaner sagt: „Wow, damit können wir die Kommunisten besser in Schach halten. Kann man das nicht auch für Kinofilme verwenden?“ Der Japaner sagt: „Interessant, damit können wir viel Geld machen. Aber geht das Gehäuse wirklich nicht kleiner?“ Der Deutsche sagt: „Oh mein Gott, es wird uns alle umbringen. Warum ist das noch nicht verboten worden?“

Die Regierung hat die Wüste Sahara gekauft. Wozu? Um dem Volk Sand in die Augen streuen zu können.

„Ginge es uns besser, wenn wir Amerikaner wären?“
„Weiße oder schwarze?“

Worin besteht der Unterschied zwischen einen amerikanischen und einem #Nationalität freier Wahl# Märchen?
Das amerikanische Märchen beginnt mit: „Es war einmal.“, das #Nationalität freier Wahl# Märchen mit: „Einmal wird es soweit sein.“

Das Reformprogramm des Präsidenten:
1) Menschen reich und glücklich machen
1a) Liste der Menschen: siehe Anhang

Der Lehrer verteilt Portraits des Präsidenten und des Ministerpräsidenten an die Schulkinder und trägt ihnen auf, die Bilder mit nach Hause zu nehmen. Am nächsten Tag fragt er die Kinder: „Wo habt ihr die Bilder den hingehängt?“ Ein Schüler meldet sich und antwortet: „Mein Vater hat den Präsidenten in die Speisekammer gehängt. Dort kann er sehen, daß wir nichts haben, was der Staat uns noch wegnehmen könnte.“ Ein anderer Schüler meldet sich und sagt: „Bei uns hängt der Ministerpräsident über dem Klo. Dort merkt er, wie sehr alles stinkt.“

Worin besteht der Unterschied zwischem einem Krematorium und einer Versammlungshalle? In einem Krematorium wird man verbrannt, in einer Versammlungshalle nur verkohlt.

Auf einem internationalen Chirurgenkongreß unterhalten sich beim Essen Ärzte verschiedener Nationalitäten über die Fortschritte der Chirurgie. „Uns ist es gelungen, einen großen Teil des Darms zu entfernen und durch künstliches Gewebe und Plastik zu ersetzen“ erklärt ein US-amerikanischer Arzt. „Wie die klinischen Studien beweisen, funktioniert die Verdauung nach diesem Eingriff völlig normal.“ „Interessant“, entgegnet ein norwegischer Arzt ein, „wir haben ein Verfahren entwickelt einen vor bis zu zwei Stunden verstorbenen Menschen erfolgreich zu reanimieren. Was sagen sie dazu?“ Ein #Nationalität freier Wahl# Arzt mischt sich in das Gespräch ein: „Das ist doch alles gar nichts! Bei uns hat man einem großen Teil der Bevölkerung des Gehirn entfernt, und kein Mensch merkt etwas davon!“

Ein Journalist kommt mit einem Eisbeutel auf dem Kopf in die Redaktion. Er taumelt und stöhnt. Von einem Kollegen angesprochen jammert er: „Der Druck von oben ist ja jetzt verschwunden — aber der Schwindel, der Schwindel, der ist geblieben.“

Sagt eine Stecknadel zu einer Nähnadel: „Du, soll ich Dir einen politischen Witz erzählen?“ Darauf die Nähnadel: „Psst, dort hinten ist eine Sicherheitsnadel!“

In der Meldebehörde fragt der Bedienstete den Antragsteller: „Sagen Sie, warum wollen Sie ihre Nationalität auf „jüdisch“ ändern?“
„Wie könnte ich Ihnen das am besten erklären?“ erwidert der Gefragte.
„Sehen Sie: Einer meiner Brüder wohnt in Kiew und gibt sich dort als Russe aus, ein anderer wohnt in Kischinau und ist Rumäne, meine Schwester lebt in Almaty als Kasachin, mein Vater in Vilnius gilt als Lithauer, und meine Mutter in Tallinn behauptet seit einige Zeit, sie sei Estin. Deshalb dachte ich mir, daß es in einer so kosmopolitischen Familie auch einen Juden geben müßte...“

Ein weiblicher Fan zu einem Schauspieler, der dem Präsidenten der unabhängigen Republik zum Verwechseln ähnlich sieht: „Das muss für Sie ein ungeheures Glücksgefühl sein. Immer und überall werden Sie freudig mit Jubel willkommen geheißen und die Menschen sind begeistert!“ — „Ja, im Theater ist es so. Aber spät abends, wenn ich allein durch die Straßen nach Hause gehe...“

Der Präsident und der Ministerpräsident sind mit dem Auto unterwegs. Auf einer Brücke über einen Fluß steht ein Esel und versperrt ihnen den Weg. Der Ministerpräsident steigt aus und flüstert dem Esel etwas ins Ohr. Augenblicklich rennt das Tier los und stürzt sich in den Fluß. Wieder am Auto angekommen wird er vom Präsidenten gefragt: „Was hast Du zu dem Esel gesagt?“ Daraufhin antwortet der Ministerpräsident: „Ich habe ihn aufgefordert, in die von Dir geführte Partei einzutreten.“

In einer Schule fragt der Lehrer die Kinder, die zu Hause kein Bild des Präsidenten haben, nach den Gründen hierfür. #Ortstypischer Vorname freier Wahl# sagt: „Mein Vater dient in der Armee. Deshalb hängt bei uns ein Bild des Verteidigungsministers.“ „Das ist gut“, sagt der Lehrer, „aber ein Bild des Präsidenten muß auch da sein.“
#Ortstypischer Vorname freier Wahl# meldet sich. „Mein Vater arbeitet im Wirtschaftsministerium. Deshalb hängt bei uns ein Bild des Wirtschaftsministers.“ „Gut“, sagt der Lehrer, „aber ein Bild des Präsidenten ist nötig.“
#Ortstypischer Vorname freier Wahl# sagt: „Mein Vater arbeitet im Justizministerium. Deshalb hängt bei uns ein Bild des Justizministers an der Wand.“ „Schön“, sagt der Lehrer, „aber ein Bild des Präsidenten muß in jeder Wohnung hängen.“
Dann fragt der Lehrer #ortstypischer Vorname freier Wahl#: „Und warum hängt in eurer Wohnung kein Bild des Präsidenten?“ „Mein Vater ist im Gefängnis. Aber das macht nichts. Er hat gesagt, wenn er nach Hause kommt, wird er alle vier aufhängen.“

Ein US-Amerikaner, ein Franzose und ein Einheimischer unterhalten sich, was bislang das schönste Erlebnis in ihrem Leben war.
Der Amerikaner sagt, sein bisher bestes Erlebnis war ein Millionengeschäft.
Der Franzose sagt, sein schönstes Erlebnis war eine Nacht mit einer Schönheitskönigin.
Da sagt der Einheimische sein tollstes Erlebnis war, als bei ihm morgens um fünf der Geheimdienst klingelte und ihn fragte, ob er Herr #ortstypischer Name freier Wahl# sei und er antworten konnte: „Nein, der wohnt ein Stockwerk höher.“

Ein Bauer fragt den anderen wie es ihm ginge — „Na, wir leben wie die Kartoffeln. Den ganzen Tag liegen wir im Dreck und wenn wir das Maul aufmachen, dann werden wir gefressen!“

In der unabhängigen Republik wird eine Börse eröffnet. Auf der Einweihungsfeier fragt ein Mann: „Entschuldigen Sie bitte, wo ist denn hier die Toilette?“ Antwortet der Gefragte: „Hier gibt es keine Toiletten. Hier bescheißt jeder jeden.“

An Mann wird an der Grenze bei dem Versuch ertappt, eine goldene Präsidentenbüste zu schmuggeln. „Aber das ist ja eine goldene Präsidentenbüste!“, herrscht ihn der Zöllner an. — „Na und?“, fragt der Mann, „Hat er es denn nicht verdient, in Gold gegossen zu werden?“

Einem Mann wird der Telefonanschluß gekündigt. Er beschwert sich und fragt nach den Gründen. „Sie haben den Geheimdienst verleumdet.“
„Ich? Inwiefern?“ „Sie haben wiederholt am Telefon behauptet, er würde ihren Anschluß abhören!“

Der Präsident geht zum Friseur und möchte eine Frisur, die ihn ein bisschen jünger macht, ein bisschen volksnäher — kurz, er möchte eine Frisur wie ein populärer Fernsehmoderator mit leicht aufstehenden Haaren. Der Friseur probiert alles Mögliche, jedoch ohne Erfolg. Schließlich sagt er: „Wissen Sie was? Geben Sie einen Tag Redefreiheit im Land, da werden Ihnen die Haare von ganz allein zu Berge stehen.“

„Ist es war, daß in unserem Land eine Schnecke schneller vorwärts kommt als ein Pferd?“
„Leider ja. Denn ein Pferd beherrscht nicht die Kunst des Kriechens.“

Ein Mann läuft mit einer verbundenen Nase herum. Auf die Frage, was ihm denn passiert sei, antwortet er, er habe sich einen Zahn ziehen lassen: „Aber was denn! So etwas geht doch nicht durch die Nase!“ „Aber sicher doch! In Zeiten wie diesen werd' ich doch nicht den Mund aufmachen!“

Der Lehrer vergibt als Hausaufgabe das Aufsatzthema „Der Präsident ruft uns alle.“ #Ortstypischer Vorname freier Wahl# erhält wenige Tage später die schlechteste Note mit der Bemerkung „politische Provokation“, denn er hatte in der Losung „ruft“ mit „pf“ geschrieben:

„Der Präsident rupft mich,
der Präsident rupft dich,
der Präsident rupft uns alle!“

Zur Rehabilitierung schlägt der Schuldirektor in Absprache mit dem Klassenlehrer vor, #ortstypischer Vorname freier Wahl# solle ein anderes Aufsatzthema zur Abgrenzung der Republik gegenüber dem Ausland wählen. #Ortstypischer Vorname freier Wahl# findet schnell eine neue Losung, fällt aber wieder einem orthographischen Fehler zum Opfer:

„Die Unabhängigkeit unserer Republik ist recht mäßig!“

Volkszählung. Erste Frage: „Beabsichtigen Sie in fünf Jahren noch in unserem Land zu leben, wenn ja — wovon?“

„Haben Sie gehört, daß in unserer Stadtverwaltung Vetternwirtschaft herrschen soll?“
„Das kann so nicht stimmen. Die drei wichtigsten Männer sind doch nicht Vettern, sondern Brüder.“

Zwei Männer gehen angeln. Der eine fängt sehr viel, der andere gar nichts. „Woran das nur liegt, daß bei mir keiner anbeißt?“, grübelt der eine. — Lachend macht ihn der andere auf das Parteiabzeichen an seinem Kragen aufmerksam. „Na wenn Sie den Stecker tragen, traut sich natürlich keiner das Maul aufzumachen.“

„Stimmt es, daß der Präsident Witze über sich sammelt?“
„Dies stimmt. Aber zuerst sammelt er die Leute, die diese Witze erzählen.“

Es fragt die Ehefrau den Präsidenten:
„Möchtest Du in diesem Jahr nicht Deinen Geburtstag feiern?“
„Doch schon. Aber ich habe Angst, daß die Feier langweilig wird. Früher, da haben wir zu meinem Geburtstag mit dem Kabinettsmitgliedern immer Flaschendrehen gespielt. Aber seit dem der #Name freier Wahl# nicht mehr dabei ist...“

Der Präsident braucht kein Wahlprogramm — ihm reicht die Opposition.

Eine Abordnung von #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# kommt zum Präsidenten und bittet ihn, er möge doch die Angehörigen dieser Gruppe etwas menschlicher behandeln. Schließlich erklärt sich der Präsident dazu auch bereit, jedoch nur unter der Bedingung, daß alle #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# einmal in der Woche beten sollen, daß er — der Präsident — ewig jung bleiben möge. Diese Bedingung wird sofort angenommen. Als der Präsident daraufhin betende #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# überwachen läßt, hört der damit beauftragte Agent des Sicherheitsdienstes, wie die #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# beten, daß der Präsident nicht alt werden möge.

Anruf beim Geheimdienst: „Hallo! Mein Papagei ist mir entflogen. Sollte er gefangen werden, so nehmen Sie bitte zur Kenntnis, daß ich seine politische Einstellung nicht teile!“

Zwei Politiker unterhalten sich. Fragt der eine: „Herr Kollege, was haben Sie in Ihrer letzten Rede zum Thema #Thema freier Wahl# gesagt?”
„Dazu habe ich gar nichts gesagt.”, antwortet der Gefragte.
„Ja, das weiß ich, ich wollte nur wissen — wie haben sie das ausgedrückt?”

Unterhalten sich zwei Männer: „Der Leiter unseres Verwaltungsamtes nützt seine Stellung aus, um sich Frauen gefügig zu machen. Auch meine Frau ist dabei. Was soll ich machen?“ „So schnell wie möglich ebenfalls Amtsleiter werden.“

„Herr Minister, ich freue mich, Sie kennenzulernen. Ich habe schon viel von Ihnen gehört.“
„Aber beweisen können Sie mir nichts!“

Die Bauern eines Dorfes wollen nach dem Amtsantritt des Präsidenten wissen, wie sich dessen neues nationales Entwicklungsprogramm auf das Leben der Bevölkerung auswirkt. Sie beschließen, durch eine Abordnung den Präsidenten befragen zu lassen. Der Präsident empfängt die Delegation und führt sie an ein Fenster des Präsidentenpalastes. „Seht!“, sagt er und deutet hinaus. „Dort fährt jetzt ein Auto, bald werden es aber viele mehr sein. Das ist das Programm für den neuen Staat.“ Dann weist er auf einen Schornstein. „Seht ihr, das ist eine Fabrik. Bald werden es viele mehr sein. Das ist das Programm für den neuen Staat.“
Die Abordnung ist zufrieden und kehrt in das Dorf zurück. Dort versammeln sich die Bauern, um den Bericht der Delegation zu hören. Der Leiter der Reisegruppe tritt an das Fenster des Versammlungsraumes und schaut hinaus. Ein Auto fährt nicht vorbei, aber ein Mistwagen. Rasch entschlossen erklärt er: „Seht ihr, das ist ein Mistwagen. Bald werden es viele mehr sein. Das ist das Programm für den neuen Staat.“ Und da er keinen Schornstein einer Fabrik sieht, zeigt er auf den gegenüberliegenden Friedhof: „Seht ihr, das ist ein Friedhof. Bald werden es viele mehr sein. Das ist das Programm für den neuen Staat.“

Was hat der Präsident mit einem Blindgänger gemeinsam? Sehr einfach! Niemand traut sich an ihn heran und von allein krepiert er nicht.

Selbstverständlich hat jeder Bürger dieser Republik das garantierte Recht und die Freiheit, stets offen und frei zu sagen, was er denkt. Aber ebenso selbstverständlich ist es doch, daß niemand jemals etwas denkt, was er nicht frei und offen sagen darf!

„Herr Minister, was haben Sie dem Präsidenten zum Geburtstag geschenkt?“
„Ein Zäpfchen!“
„Warum denn ein solches Geschenk?“
„Na, was soll man einem solchen Arsch schon schenken?“

Was ist der Unterschied zwischen Gott und dem Präsidenten?
Gott glaubt nicht, er sei der Präsident!

An einem Empfang nach einem Künstlertreffen nimmt auch der Präsident teil und spricht einen Schriftsteller an: „Was muß ich tun, um Kunst und Kultur in unserem Land zu fördern?“ Da antwortet der Schriftsteller: „In Ruhe lassen, Herr Präsident!“

Witze über den Präsidenten sind alle 3/8tel-Witze. Drei Jahre für den, der den Witz erzählt und acht Monate für jeden, der gelacht hat.

Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik. Großer Aufmarsch mit Parade in der Hauptstadt. Der Präsident fragt seinen Innenminister: „Bekommen wir den Platz voll?“ Antwortet der Minister: „Mit Sicherheit, mit Sicherheit.“

Wer ist der größte Bauer? #Politikername freier Wahl#. Er hat #Bevölkerungsgröße freier Wahl# Rindviecher und den größten Saustall.

Beklagt sich der eine Freund beim anderen: „In der letzten Zeit fühle mich vom Geheimdienst beschattet. Was meinst Du, was soll ich für Schritte unternehmen?“ Der andere erklärt nicht lange: „Große, mein Freund, sehr große!“

Unterhalten sich zwei Männer. Sagt der eine: „Kennst Du schon den Witz, in dem der Präsident mit einem Strick allein in den Wald geht?“ Antwortet der andere: „Nein, fängt aber gut an...“

Kaum jemand im Land wagt den Präsidenten zu kritisieren. Um so überraschter ist dieser, als ihm der Geheimdienst meldet, vor dem Präsidentenpalast verteile jemand Flugblätter. Der Mann wird auf Befehl des Präsidenten sofort verhaftet. Ein Geheimdienstoffizier meldet ihm, daß der verhaftete Mann ein bekannter Staatsfeind sei. „Und was stand auf dem Flugblatt?“ will der Präsident von dem Offizier wissen. „Nichts, Herr Präsident, die Flugblätter waren unbedruckt!“ — „Was soll das?“ brüllt der Präsident den Geheimdienstler an. Der richtet seine Augen auf den Präsidenten: „Man muß die Flugblätter nicht unbedingt bedrucken. Jeder weiß, worum es geht!“

Der Präsident besucht eine Grundschule. Man begrüßt ihn mit Blumen. Ein kleines Mädchen hält ihm ein Grasbüschel entgegen. Der Präsident fragt erstaunt: „Was soll ich damit?“ „Essen!“, antwortet das Mädchen. „Man sagt doch: ,Erst wenn der Präsident ins Gras beißt, wird es uns besser gehen.'“

Wer ist der größte Preistreiber? Der Präsident, denn der läßt plakatieren: „Modernisierung um jeden Preis.“

15. Jahrestag der Unabhängigkeit der Republik. Am Staatszirkus in der Hauptstadt wird ein Plakat angebracht: „15 Jahre Unabhängigkeit“. Über Nacht wird wird ein zweites Plakat befestigt: „15 Jahre Nationaler Zirkus“.

„Ist es war, dass man den Präsidenten kritisieren darf?“
„Im Prinzip ja, aber es lebt sich in den eigenen vier Wänden angenehmer.“

„Kann jeder Bürger unseres Landes jederzeit frei seine Meinung äußern?“
„Selbstverständlich! Sofern er sich hierfür ins Ausland begibt.“

Der Präsident ist das erste Mal im Ausland zu einem Staatsbesuch. Nach seiner Rückkehr fragen ihn seine Minister: „Und? Wie ist es dort?“ Antwortet der Präsident: „Wie bei uns! Für Devisen bekommt man alles.“

Nach seinem Tod klopft der Präsident bei Petrus an die Tür. Dieser sieht nach und fragt: „Du hast Dich wohl verlaufen? Ab in die Hölle!“ Ein halbes Jahr später klopfen zwei Teufelchen bei Petrus an. Petrus: „Ihr seid ganz falsch hier!“ Darauf entgegnen die Teufelchen: „Nein, wir sind die ersten Flüchtlinge...“

Ein Moderator kommt abgerissen, unrasiert, mit einem abgetragenen, schmutzigen und mehrfach geflickten Anzug und kaputten Schuhen auf die Bühne. Das Publikum lacht. „Was lachen Sie so blöde?“, fragt der Moderator in die Menge. „Ihnen wird das Lachen noch vergehen. Ich bin Ihnen nur zwei Jahre voraus.“

„Früher hatten wir den ausbeuterischen Feudalismus, dann hatten wir den lebensgefährlichen Kommunismus und was haben wir jetzt?“
„Schauen Sie doch auf den Kalender – Montag!“

Ein Minister, der mit seinem Privatwagen betrunken zwei Passanten angefahren hat, fragt den Richter verängstigt nach seiner zu erwartenden Strafe. Der Richter: „Sie bekommen natürlich keine, Herr Minister! Der Mann, der durch die Scheibe Ihres Autos flog, wird wegen Einbruchs verurteilt. Und der andere, der 10 Meter durch die Luft geflogen ist, wird wegen Unfallflucht bestraft.“

Ein Richter verläßt lachend den Gerichtssaal. Ein Kollege fragt ihn: „Worüber lachst Du?“ „Ich habe einen phantastischen Witz gehört“, sagt der Richter unter fortlaufenden Lachanfällen. „Erzähl' doch mal!“, bittet der Kollege. „Auf gar keinen Fall!“, sagt der andere, „gerade habe ich jemanden aufgrund dieses Witzes zu fünf Jahren verurteilt.“

Ein Mann bekommt eines Tages vom Präsidenten ein Bild mit eigenhändiger Unterschrift geschickt. Abends erzählt er es seinen Freunden und meint: „Der Präsident ist ja auch mein Freund, aber jetzt weiß ich nicht, ob ich ihn aufhängen oder an die Wand stellen soll.“

Nachts um halb drei in irgendeinem Wohnhaus in der Hauptstadt der Republik. Es klopft an der Tür bei #ortstypischer Name freier Wahl#. Dieser überlegt, ob er die Tür öffnen oder sich aus dem Fenster stürzen soll, kann sich aber nicht entscheiden.
Währenddessen klopft es abermals, diesmal stärker und #ortstypischer Name freier Wahl# hört die Stimme seines Nachbarn: „#Ortstypischer Name freier Wahl# es ist nichts ernstes, ihr könnt ruhig aufmachen. Es brennt nur das Haus.“

Welche Betriebe sind heute wirklich präsidententreu? — Die unabhängigen Bühnen und Zeitungsverlage, denn die stehen geschlossen hinter dem Präsidenten.

Welche Ähnlichkeit besteht zwischen der neuen Republik und einer Straßenbahn? — Bei beiden steht vorn einer der lenkt; hinter ihm steht das Volk; wer nicht hinter ihm steht, der sitzt. Zwischendurch wird kassiert. Aussteigen während der Fahrt ist verboten.

Früher ist uns Unrecht geschehen.
Jetzt geschieht uns recht!

„Kann man als guter Patriot auch ein guter Gläubiger sein?“
„Grundsätzlich ja, aber warum sich das Leben doppelt schwer machen?“

Ein Sprachwissenschaftler wird gefragt, was der Unterschied zwischen einer Katastrophe und einem Unglück sei. „Das läßt sich leicht beantworten“, sagt der Wissenschaftler. „Wenn die Decke im Sitzungssaal einstürzt und die gesamte Regierung samt Präsidenten begräbt, so ist das eine Katastrophe, aber es ist kein Unglück.“

Der Präsident kommt in ein Dorf. Kaum hat er dieses nach einer Ansprache an das Volk wieder verlassen, werden alle Apfelbäume in der Siedlung gefällt.
„Warum das denn?“
„Weil der Präsident, bevor er abgefahren ist, gesagt hat: ,Wenn die Apfelbäume blühen, komme ich wieder.'“

„Wer hat den Weißmeer-Kanal erbaut?“
„Die Witzeerzähler.“

Ein Staatsgast reist von einem offiziellen Regierungsbesuch aus der Sowjetunion ab. Nach dem Abflug schaut der sowjetische Außenminister noch lange dem Flugzeug hinterher. Da tippt ihm ein Begleiter auf die Schulter und sagt: „Genosse Außenminister, jetzt ist er doch weg.“ Darauf entgegnet der Angesprochene: „Er ist ja ein Halunke, aber küssen kann er...“

Zwei amerikanische Agenten haben einen Anschlag auf den Präsidenten verübt. Ihre Namen: Johnny Walker und Jim Beam.

„Stimmt es, daß man in unserem Land keine Stereoanlagen braucht?“
„Das stimmt. Man hört sowieso von allen Seiten das gleiche.“

Der Präsident fragt einen Arbeiter: „Wie lange arbeiten Sie täglich?“
„8 Stunden.“
„Und wenn Sie in einen Betrieb mit strategischer Bedeutung kämen, wie lange arbeiteten Sie dann?“
„16 Stunden.“
„Und wenn Sie für meine Partei arbeiten würden?“
„Dann natürlich 24 Stunden.“
„Sehr vorbildlich! Was sind Sie eigentlich von Beruf?“
„Totengräber!“

„Warum nennt man unser Land auch 'Gebirgsrepublik'?“
„Wegen der vielen Engpässe!“

Zwei Frauen kommen beim Einkaufen miteinander ins Gespräch.
Prahlt die eine: „Mein Mann ist Direktor in einem staatlichen Betrieb und bekommt 100x mehr als ein einfacher Arbeiter. Wo ist denn ihr Mann?“
Antwortet die andere: „Der ist beim Geheimdienst.“
Fragt die erste erstaunt: „Und was kriegt er da so?“
Darauf entgegnet die zweite Frau: „Weiß ich noch nicht, die haben ihn gestern erst geholt.“

Einer alten Frau wird von der staatlichen Sozialfürsorge Brennmaterial zugeteilt und es wird ihr dabei auch ein Bild des Präsidenten mit den Worten überreicht: „Das ist der Mann, dem Sie das Brennmaterial zu verdanken haben.“ — Nach einigen Tagen sieht ein Besucher das Bild und sagt: „Ah, der Präsident.“ „Ach, woher!“, ruft die alte Frau. „Das ist mein Brennstoffhändler.“

Ein US-Amerikaner und ein #Nationalität freier Wahl# unterhalten sich. Dabei entbrennt ein Streit über die jeweiligen nationalen Errungenschaften. Sagt der US-Amerikaner: „We have George W. Bush, Stevie Wonder, Bob Hope and Jonny Cash!“ Entgegnnet der andere: „We have our President, No Wonder, No Hope and No Cash...“.

Der Präsident verbietet einem Conferencier, dauernd über ihn Witze zu erzählen: „Schließlich bin ich der gewählte Präsident und das ganze Volk steht geschlossen hinter mir.“ — „Aber bitte“, antwortet der Conferencier, „der Witz war aber nicht von mir.“

Der Präsident, der Justiz- und der Finanzminister fahren in einem Auto. Plötzlich verunglückt das Fahrzeug.
„Wer wird gerettet?“
„Das Volk.“

In der unabhängigen Republik gibt es für #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# viele Ausnahmegesetze.
Um bei allen Gesetzen, Verordnungen und Erlässen nicht erst lang nachdenken zu müssen, ob und in welchem Ausmaß die Angehörigen der #ethnischen oder religiösen Minderheit freier Wahl# direkt oder indirekt von diesen Regelungen betroffen sind, erledigt sich die Bürokratie dieses Problems mittels der schlichten und bequemen Klausel: „#ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# ausgenommen.“
Auf einer Feier zum Jubiläum der Unabhängigkeit der Republik empfängt der Präsident eine Huldigungsdelegation der #ethnischen oder religiösen Minderheit freier Wahl#.
Wohl um einen der #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# in Verlegenheit zu bringen, fragt der Präsident, wie sich die „#ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# unter seiner Regierung fühlen. Der Angesprochene erwidert: „Herr Präsident, wir wissen, daß die Regierung immer an uns denkt!“
„Woran ist das zu erkennen?“ möchte der erstaunte Präsident wissen.
Und der Minderheitenvertreter erläutert: „Wir werden bekanntlich auf keinem Gesetzes- und Verordnungsblatt vergessen.“

„Darf man über unseren Präsidenten Witze erzählen?“
„Aber selbstverständlich! Aber sicherheitshalber sagen Sie statt „unser Präsident“ besser „der amerikanische Präsident“, „der chinesische Präsident“ oder „der französische Präsident“.“

Eine alte Frau schrieb dem Präsidenten einen Glückwunsch zu seinem Geburtstag. In dem Brief heißt es: „Ich wünsche Ihnen alles, was das Volk Ihnen schon seit langem wünscht.“ — Kurz darauf wurde sie wegen Anstiftung zum Mord verhaftet.

Vor dem Präsidentenpalast ist ein alter Mann auf den Rücken gefallen. Der Präsident sieht dies, eilt hinzu, hilft ihm auf und sagt: „Dafür müssen sie nächstes Mal wieder mich wählen!“ Sagt der Alte: „Guter Mann, ich bin auf den Rücken und nicht auf den Kopf gefallen...“

Was ist der Unterschied zwischen einem Telefonhörer und dem Präsidenten? Den Telefonhörer hängt man auf, wenn man sich verwählt hat.

Der Präsident ist entmachtet worden. Bisherige Privilegien wurden ihm und seiner Ehefrau entzogen. Nun muß die Gattin zum Einkaufen auf den Markt, in normale Geschäfte und dort auch in Schlangen anstehen. Sie kommt ganz entsetzt nach Hause und sagt zu ihrem Mann: „Kaum bist Du einen Tag nicht mehr an der Macht — schon klappt's nicht mehr mit der Versorgung.“

Ein durch eine Naturkatastrophe Geschädigter, dessen gesamtes Hab und Gut vernichtet wurde, kommt zum Amt zur Regelung von Vermögensschäden durch Katastrophen. Im Vorraum sieht er zwei Türen: „Für Schwergeschädigte“ — „Für Leichtgeschädigte“. Da er alles verloren hat, tritt er durch die Tür für Schwergeschädigte. Dort sieht er wieder zwei Türen: „Für Bemittelte“ — „Für Unbemittelte“. Da er auch kein Vermögen hat, tritt er durch die Tür für Unbemittelte. Wiederum zwei Türen: „Für Mitglieder der Präsidentenpartei“ — „Für Nichtmitglieder der Präsidentenpartei“. Da nicht Mitglied der Partei des Präsidenten ist, öffnet er also die Tür für die Nichtmitglieder der Präsidentenpartei und — steht wieder auf der Straße.

Der Präsident liegt im Krankenhaus. Um sein Bett ist die ganze Regierung versammelt. „Ist der Innenminister hier, ist der Verteidigungsminister anwesend?“, fragt er mit schwacher Stimme, „sind alle hier?“ — „Jawohl!“, kommt die Antwort im Chor. Da richtet sich der Präsident plötzlich auf und fragt zitternd: „Und wer paßt inzwischen auf das Volk auf?“

Jemand fragt einen alten weisen Mann, woran die Wirtschaftsreformen im Land gescheitert seien. „Ich bin kein Ökonom“, antwortet der alte Mann, „aber mir fällt hierzu eine Geschichte ein: Eine häßliche alte Frau, die nichts weiter besitzt als eine Angel und einen alten räudigen Köter, fängt im See ein goldenes Fischlein. 'Verschone mich', fleht das Fischlein die Frau an. 'Wenn du mich leben läßt, will ich Dir drei Wünsche erfüllen.' Die häßliche alte Frau wirft das Fischlein zurück ins Wasser. 'Als erstes möchte ich wieder jung sein', sagt sie. Augenblicklich verwandelt sie sich in ein junges, bildbübsches Mädchen. 'Nun möchte ich sehr reich sein', äußert sie ihren zweiten Wunsch. Kurz darauf sitzt sie in einem prächtigen Palast. 'Und drittens', sagt sagt sie, 'soll sich mein alter räudiger Köter in einen stattlichen jungen Mann verwandeln.' Sekunden später steht ein hübscher Jüngling vor ihr. 'Jetzt gehen wir ins Bett', sagt die Frau begeistert, führt ihn ins Schlafzimmer und reist ihm dort die Kleider vom Leibe. Als der junge Mann nackt vor ihr steht, sagt er mit einem Seufzer: 'Ach, hättest du mich doch nur nicht vor zehn Jahren kastrieren lassen!'“

„Gibt es in unserem Land eine Postüberwachung?“
„Natürlich nicht! Briefe mit regierungsfeindlichem Inhalt werden jedoch nicht befördert.“

Ein Mann kommt in den Himmel. Dort kommt er an einem Baum vorbei, an dem lauter Glocken hängen. Diese läuten vor sich hin. „Petrus, wozu ist dieser Baum?“, fragt der Mann. „Das ist ein Lügenbaum. Jedes Mal, wenn auf der Erde ein Mensch lügt, klingelt ein Glöckchen.“ — „Interessant!“, sagt der Mann und bleibt noch eine Weile stehen. Auf einmal fällt mit einem lauten Krachen der ganze Baum um. „Petrus, was ist denn jetzt passiert?“ — „Nichts außergewöhnliches. Der Präsident hält wieder einmal eine Rede!“

Der Präsident fällt ins Wasser. Ein junger Bursche rettet ihn vor dem Ertrinken. Der Präsident gibt sich zu erkennen und fragt seinen Retter nach einem Wunsch. Da fängt der Bursche bitterlich zu weinen an und schluchzt: „Bitte, sagen Sie es vor allem nicht meinem Vater. Wenn der erfährt, daß ich Sie aus dem Wasser gezogen habe, schlägt er mich tot.“

„Ist es wahr, daß mit der Unabhängigkeit unseres Landes das goldene Zeitalter beginnt?“
„Das ist richtig, nur ist nicht alles Gold was glänzt.“

Eine Frau kommt in einen Buchladen und sagt: „Mein Mann ist krank, ich möchte ihm etwas zum Lesen kaufen.“
„Darf es etwas Nationales sein?“, fragt der Verkäufer.
„Nein! So krank ist er auch wieder nicht!“

Wieviele Präsidentenwitze gibt es? Gar keine — es handelt sich ausschließlich um Tatsachenberichte.

Es fragt die Ehefrau den Präsidenten:
„Und wie stellst Du Dir den Ablauf Deiner Geburtstagsfeier morgen Abend vor?“
„Recht einfach und schlicht. Zuerst halte ich eine kleine Rede und dann gibt es Frühstück.“

Ein Wissenschaftler der unabhängigen Republik klagt: „Wenn ich mit meiner neuen Theorie recht behalte, dann werden die Nationalisten sagen, ich sei einer der ihren und im Ausland wird man sagen, ich sei ein Weltbürger. Sollte ich mit meiner Theorie jedoch unrecht behalten, dann werden die Auswärtigen sagen ich sei ein Hiesiger und die Nationalisten werden sagen ich sei ein #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl#.

Zwei Freunde unterhalten sich und klagen über die Politik. Sagt der eine: „Es ist doch seit Jahren immer das gleiche. Mach' ich den Fernseher an, wen sehe ich? Den Präsidenten! Mach' ich das Radio an, wen höre ich? Den Präsidenten! Guck' ich ihn die Zeitung, wen sehe ich? Den Präsidenten! Ich trau' mich schon gar nicht mehr den Klodeckel zu öffnen!“

„Stimmt es, daß kritische Bücher bei uns verboten sind?“
„Sie sind nicht verboten, es gibt keine."

Ein Gläubiger fragt einen Geistlichen, ob es eine Sünde sei, wenn man jemandem von ganzem Herzen den Tod wünsche. Die Antwort des Geistlichen: „In diesem speziellen Falle nicht!“

„Darf ein Minister den Präsidenten kritisieren?“
„Im Prinzip ja, aber es wäre schade um den Minister.“

Der Präsident läßt die Meinung der Bevölkerung zu seiner Person, seiner Politik und zur Entwicklung des Landes durch eine Umfrage prüfen. Auf die Frage: „Was bedeutet für Sie die Unabhängigkeit der Republik?“ antwortet ein Mann: „Das gleiche wie meine Frau!“. Daraufhin wird er vom Geheimdienst festgenommen und verhört. Die Sicherheitskräfte wollen von ihm wissen, wie er seine Antwort gemeint habe. „Na ganz einfach. Ich bin jetzt fast 40 Jahre verheiratet und in der Zeit habe ich mich an vieles gewöhnt. Aber Spaß macht es schon lange nicht mehr...“

Der Präsident und ein ausländischer Staatsgast unterhalten sich über die Steuerung der Volkswirtschaft. Der Staatsgast fragt den Präsidenten wie dieser die Versorgung der Menschen mit den Waren des täglichen Bedarfs auch in den entlegendsten und ärmsten Landesteilen sicherstellt. Darauf antwortet der Präsident: „Das ist kein Problem, ich lasse alles in die Hauptstadt bringen und wer etwas braucht, der holt es sich ab.“

Ein Mann besucht seine Verwandten im Ausland und vor der Rückreise verabreden sie sich, daß wenn er in die unabhängige Republik zurückkommt, er Briefe mit blauer Tinte schreiben wird, falls es ihm gut geht und mit grüner Tinte, falls das Leben unerträglich wird, da die Postkorrespondenz in der unabhängige Republik überwacht sein soll. Der erste Brief kommt mit blauer Tinte geschrieben: „Das Leben bei uns ist wunderschön, man kann alles kaufen, was man will, außer vielleicht grüne Tinte...“

Ein Mann bekommt eine Vertrauensstelle beim Sicherheitsdienst. Er muß alle nach ihrer Gesinnung fragen und jene, welche Gegner des Präsidenten sind, verhaften. So kommt auch sein Freund an die Reihe.
Der Mann fragt ihn: „Hast Du die gleiche Gesinnung wie ich?“ Darauf antwortet sein Freund: „Das fragst Du mich? Das ist doch selbstverständlich.“ Daraufhin ruft der Mann ganz entsetzt: „Oh, das tut mir aber leid. Denn dann muß ich Dich verhaften.“

Bevor der Präsident kam, ging es uns schlecht. Jetzt geht es uns besser. Aber wann wird es uns wieder gut gehen?

Ein ausländisches Staatsoberhaupt besucht die Republik. Der Präsident liest seine Begrüßungsrede ab. Der Gast hält dagegen seine Rede völlig frei. Ein Minister, der dies genau beobachtet, sagt: „Der Ausländer kann ja noch nicht einmal lesen!“

„Stimmt es, daß unser Präsident alle Probleme lösen kann?“
„Grundsätzlich ja, nur wird die Art wie er dies tut immer ein Problem bleiben!“

Zwei alte Männer sitzen im Park und füttern Tauben. Sagt der eine: „Tauben sind wie Politiker.“ „Wieso?“, fragt der andere. „Solange sie unten sind, fressen sie einem aus der Hand. Aber sobald sie oben sind, bescheißen sie uns!“

Ein Hellseher wird gefragt: „Hellseher, sag mir, wann wird der Präsident sterben?“ Der Hellseher denkt lange nach und sagt dann: „Das genaue Datum kann ich Dir nicht sagen; aber eines weiß ich: es wird ein Feiertag sein.“

„Trifft es zu, daß die Hälfte der Kabinettsmitglieder Idioten sind?“
„Unsinn. Die Hälfte der Mitglieder sind keine Idioten.“

Wie kann man in der unabhängigen Republik am schnellsten Karriere machen?
Es gibt drei Möglichkeiten:
1. Man redet dem Präsidenten nach dem Mund (orale Methode).
2. Man kriecht dem Präsidenten hinten rein (anale Methode).
3. Man heiratet die Präsidententochter (vaginale Methode).

Unter der derzeitigen Regierung ist es leicht, zu einem kleinen Vermögen zu kommen — vorausgesetzt man hatte vorher ein großes.

Der Präsident geht verkleidet unters Volk, um die Meinung über sich zu hören. Er fragt einen Arbeiter. Das sagt: „Um Himmels willen, seien Sie vernünftig, man darf doch nichts sagen. Aber kommen Sie mit in meine Wohnung. Da sag' ich es Ihnen.“ In seiner Wohnung angekommen, schaut der Mann unters Bett, hinter den Schrank und in jeden Winkel, schließt jede Tür ab und sagt: „Also ich, ich verehre ihn.“

„Wäre es nicht am einfachsten, wenn man alle Gegner unseres Präsidenten ins Gefängnis stecken würde?“
„Grundsätzlich schon. Aber wer soll dann die Arbeit auf den Feldern und in den Fabriken verrichten?“

Der Präsident betrachtet wieder einmal trübe sein Bild, welches an der Wand hängt. „Was wird mit uns beiden nach dem Ende meiner Amtszeit geschehen?“ „Ganz einfach. Mich nehmen sie herunter und dich hängen sie auf.“

„Vor ein paar Tagen wurde der Direktor der städtischen Molkerei verhaftet.“
„Warum das denn?“
„Er hat die Magermilch mit Ziegenmilch verbessern wollen und jetzt meckern alle.“

Ein Mann kommt zu seinen Freunden und erzählt: „Beinahe hätte ich heute nicht kommen können. Ich habe nämlich einen kleinen Ausflug gemacht. In ein Gefängnis. Dort sieht es vielleicht aus! Mauern, Stacheldraht, Scharfschützen, noch einmal Mauern und Stacheldraht! Aber ich sage euch — wenn ich will, dann komm' ich da rein!“

Die Finanzverwaltung der unabhängigen Republik muß bei einer großen privaten Bank des Landes einen Kredit aufnehmen. Als der Eigentümer der Bank zur feierlichen Vertragsunterzeichnung im Präsidentenplast erscheint, flüstert ihm der Innenminister ins Ohr: „Hören Sie, Ihr Sohn treibt sich in oppositionellen Kreisen herum. Warnen Sie ihn. Wir können nicht länger untätig zusehen!“ Zur Vertragsunterzeichnung kommt es daraufhin nicht mehr, denn nun weigert sich der Bankier, seine Unterschrift unter das Dokument zu setzen: „Wie kann ich in eine Republik Vertrauen haben, die Angst vor meinem kleinen Sohn hat?!“

Der Vater sagt seinem Sohn: „Vor jeder Mahlzeit mußt Du beten: ,Ich danke dir, lieber Gott, und dir, mein Präsident, für das Essen, das ich jeden Tag essen darf.'“
Fragt das Kind: „Aber was soll ich sagen, wenn der Präsident stirbt?“
Antwortet der Vater: „Dann sagst Du nur: ,Lieber Gott, ich danke dir!'“

Sagt ein Minister zum anderen: „Wir sollten uns auf die Zeit nach dem Präsidenten vorbereiten.“ Der andere antwortet: „Unsinn! Der stirbt nie.“

Eine große Parlamentsdelegation fährt mit der Eisenbahn durch die Provinz. Auf ihrem Weg durch eine entferne Region verunglückt der Zug schwer. Nach einigen Stunden treffen professionelle Rettungskräfte aus der Hauptstadt im Unglückort ein, finden jedoch keine Leichen und auch keine Verletzten.
Daraufhin fragen die ratlosen Retter die Bauern der umliegenden Dörfer, wo die Insassen des Zuges geblieben sind und erhalten als Antwort, daß diese alle schon begraben seien. „Gab es denn keine Überlebenden?“, fragen die überraschten Helfer. „Doch, ein paar haben behauptet sie würden noch leben“, antworten die Bauern, „aber wer glaubt schon Politikern?“

Ein Mann geht spät in der Nacht durch die Hauptstadt und ruft lauten Halses immer wieder: „Scheißstaat, Scheißregierung!“
Plötzlich taucht ein Geheimdienstoffizier auf und verhaftet ihn. Der Mann will den Grund dafür wissen, worauf der Offizier ihn an die lautstarken Äußerungen erinnert. Der Mann verteidigt sich: „Aber ich habe doch gar nicht gesagt, welchen Scheißstaat und welche Scheißregierung ich meine.“
Der Geheimdienstoffizier denkt kurz nach und läßt den Mann dann gehen. Dieser verschwindet, wird aber zwei Minuten später von dem Offizier wieder eingeholt und erneut verhaftet. Darauf der Mann: „Und weshalb?“
Entgegnet der Geheimdienstoffizier: „Es gibt ja nur einen Scheißstaat und eine Scheißregierung…“

„Wie verhält sich unsere Regierung in einer völlig hoffnungslosen Situation?“
„Hoffnungslose Situationen gibt es nicht. Und Fragen der Volkswirtschaft führen an dieser Stelle zu weit.“

Ein Anwalt wird zu fünfzehn Jahren Gefängnis verurteilt. Er hat den Präsidenten einen Idioten genannt. Nach dem Urteil beruft sich der Anwalt auf das Strafgesetzbuch, welches für solche Vorgehen nur eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten vorsieht. Daraufhin erklärt der Richter: „Wir haben Sie nicht verurteilt, weil Sie den Präsidenten beleidigt, sondern weil Sie ein Staatsgeheimnis verraten haben.“


Was ist Brudermord? Wenn der Präsident ein Schwein schlachtet. Und was ist Selbstmord? Wenn man diesen Witz in der Öffentlichkeit erzählt.

#Ortstypischer Vorname freier Wahl# kommt nach Hause und erzählt seinem Vater, daß er heute in der Schule einen Aufsatz geschrieben hat. „Über welches Thema?“ will der Vater wissen. „Über unseren Präsidenten“ antwortet #ortstypischer Vorname freier Wahl#.
Nach vier Wochen bekommt #ortstypischer Vorname freier Wahl# den Aufsatz zurück. Der Vater fragt nach der Note. „Ich habe den besten Aufsatz geschrieben“, antwortet sein Sohn, „Ich habe eine 4.“
„Wenn Du eine 4 hast, was haben dann die anderen?“, fragt der Vater erstaunt.
#Ortstypischer Vorname freier Wahl# antwortet: „Das weiß ich nicht, die anderen sind noch nicht vom Verhör zurück.“

Was ist die kürzeste Zeiteinheit? Ein „Präsident“ — das ist die Zeit vom Erscheinen des Präsidenten auf dem Bildschirm bzw. im Radio bis zum Umschalten.

Bei der Eignungsprüfung für den Kindergarten bittet der Kinderarzt das Kind eines Dissidenten: „Nenne mir doch bitte ein paar Worte, die Dir gerade einfallen.“ Da wendet sich das Kind an die Mutter: „Was meinst Du, möchte der Onkel einige konsequent logisch konstruierte Sätze hören, oder nur ein paar schlichte, irrelevante Bemerkungen?“

Der Präsident muß operiert werden.
„Warum?“
„Bei dem Versuch, die Stimmung der Bevölkerung zu heben, hat er sich einen Bruch zugezogen.“

Der Präsident kommt in ein Dorf in seiner Heimatprovinz und hält dort eine endlose Ansprache. Der Applaus im Anschluß ist nur mäßig. Ein Mann aber klatscht begeistert und trägt seine Freude über den Präsidenten offen zur Schau. „Hierbleiben! Hierbleiben!“, ruft er immer wieder. Der Präsident ist ganz gerührt und zeichnet den Mann mit einem Händedruck aus: „Sie kommen wohl aus der Gegend hier, oder?“ „Aber nicht doch“, antwortet der Mann treuherzig. „Ich komme aus der Hauptstadt.“

In der unabhängigen Republik: Was gab es früher, das Huhn oder das Ei? — Früher gab es beides.

Ein junger Offizier des Sicherheitsministeriums bekommt seinen ersten eigenständigen Auftrag: Er soll ausländische Agenten während der Rede des Präsidenten in einem Staatsunternehmen enttarnen. Nach ein paar Minuten läuft er zu seinem Vorgesetzen: „Ein Agent sitzt in der 2. Reihe, rechts außen“. Daraufhin stürmen Sicherheitskräfte in den Saal und verhaften den Mann, der tatsächlich ein Agent ist. Bei der Belobigung des Offiziers wird dieser gefragt, wie er so schnell den Agenten enttarnen konnte. „Ich habe mich streng an die Aussage des Präsidenten gehalten, derzufolge der Feind nicht schläft. Und der Agent war der einzige, der während der Rede wach war“.

Das geltende Strafrecht genügt den Ansprüchen des Präsidenten nicht mehr. Die Neufassung soll drei Pragraphen umfassen:
§ 1 Wer etwas unternimmt oder unterläßt, wird bestraft.
§ 2 Die Strafe richtet sich nach dem gesunden Volksempfinden.
§ 3 Was das gesunde Volksempfinden ist, bestimmt der Präsident.

Drei vom Obersten Gericht zum Tode Verurteile werden um ihre Wünsche nach ihrer letzten Mahlzeit gefragt und wo sie bestattet werden wollen. Der Erste bestellt eine Suppe und möchte neben seiner Frau begraben werden. Der zweite möchte einen Braten und neben dem Gotteshaus in seinem Geburtsort beigesetzt werden. Der Letzte wünscht sich frische Himbeeren aus der Region. Man sagt ihm, daß die aufgrund des gerade herrschenden Winters nicht zu erhalten seien. Darauf antwortet der Mann: „Ich kann warten.“ Nun soll er noch sagen, wo er bestattet werden möchte. Da sagt er: „Begrabt mich neben dem Präsidenten.“ Man schreit ihn an, ob er denn verrückt geworden sei. Der Präsident lebe ja noch. „Ich kann warten, habe ich doch schon einmal gesagt.“

Bei einer öffentlichen Veranstaltung tritt ein hochrangiger Staatsbediensteter einer Dame auf den Fuß, worauf hin diese ihm eine Ohrfeige gibt. Sofort eilt ein Mann herbei und verprügelt den Funktionär nach Leibeskräften. „Warum schlagen Sie ihn zusammen? Hat er sie etwa auch auf den Fuß getreten?“, fragt die Dame neugierig. „Ach, so war das. Und ich dachte, es gehe endlich los...“

Ein Mann trägt einen Koffer. Kommt ein Polizist und fragt:
„Was haben Sie in dem Koffer?“
„In dem Koffer, da ist die Regierung drin.“
„Was ist da drin?“
„Die Regierung.“
„Öffnen Sie den Koffer!“ Der Mann öffnet ihn.
„Was“, schreit der Polizist, „da sind ja nur Lumpen drin!“
„Sag' ich doch!“ murmelt der Mann.

Unsere Politiker sind alle käuflich. Nur will sie niemand auch nur geschenkt haben.

Ein Ministerialbeamter stellt einen Kollegen zur Rede. „Warum warst Du nicht bei der letzten Rede des Präsidenten?“ „Warum hast Du mir das nicht gesagt? Wenn ich gewußt hätte, daß es die letzte ist — dann wäre ich doch gekommen!“

Ein #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# Kind, das in der Schule die Hetzreden des Lehrers auf #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# anhören mußte, kommt völlig verstört und verängstigt nach Hause und fragt seine Eltern: „Könnt ihr mich nicht umtauschen?“

In einem Cafe sitzen alte Männer zusammen und trinken Tee. Einer seufzt. Ein Zweiter seufzt noch tiefer. Ein dritter stöhnt daraufhin laut auf. Sagt ein vierter: „Müßt ihr immer über Politik reden?“

Unterhalten sich zwei Frauen: „Ich stehe zwischen zwei Männern: der eine ist ein sehr ehrlicher und fleißiger Beamter, der andere ein hinreißender Liebhaber. Für wen soll ich mich entscheiden?“
„Für den Beamten. Einen Liebhaber kannst Du Dir immer noch nehmen.“

Ein Ausländer besucht das erste Mal die unabhängige Republik und kommt bei einer Fahrt mit dem Taxi mit dem Fahrer ins Gespräch. Wie er die wirtschaftliche Entwicklung des Landes und die Politik des Präsidenten finde, fragt er den Chauffeur. „Ach, wissen Sie,“, antwortet dieser, „früher ging es uns gut. Wir hatten alles was wir zum Leben brauchten. Seit der Unabhängigkeit des Landes und dank der Politik des Präsidenten geht es uns jetzt schon viel besser. Aber eigentlich reicht es uns, wenn es uns nur wieder gut ginge."

#Ortstypischer Vorname freier Wahl# sitzt in der Schule und spielt mit seinen Radiergummi. Plötzlich fällt dieser herunter. Und #ortstypischer Vorname freier Wahl# fängt an zu suchen.
Da fragt die Lehrerin die Klasse: „Wenn Ihr am Grab unseres Präsidenten stehen würdet, was würdet Ihr sagen?“
1. Schüler: „Er war ein großer Volksführer.“
2. Schüler: „Er wurde von seinen Volk geliebt und verehrt.“
Lehrerin: „Und #ortstypischer Vorname freier Wahl# was würdest Du sagen?“
In dem Moment sieht #ortstypischer Vorname freier Wahl# seinen Radiergummi und ruft: „Da liegt das Schwein und rührt sich nicht!“

In einem Gefängnis sind die Häftlinge zum Appell angetreten. „Alle 'mal herhören!“, verkündet der Wärter. „Morgen kommt unser Präsident!“ „Siehst du“, flüstert ein Häftling dem anderen zu, „ich habe immer gesagt, daß es mit dem kein gutes Ende nimmt!“

Ein Mann geht durch unbeleuchtete Gassen nach Hause. Da wird er von hinten angerufen: „Halt! Stehenbleiben oder ich schieße!“ Der Mann bleibt stehen und hört die Aufforderung: „Her mit der Brieftasche!“ Darauf sagt der Mann erleichtert zu dem Räuber: „Haben Sie mir einen Schrecken eingejagt. Ich dachte schon, es sei jemand von der Polizei.“

Warum war bei der letzten Wahl das „Ja“ so groß und das „Nein“ so klein gedruckt?
Ersteres für die Kurzsichtigen und letzteres für die Weitsichtigen.

Ein Mann, der über den Präsidenten gelästert hat, kommt für einige Wochen zu einer staatsbürgerlichen Erziehungsmaßnahme. Nach der Entlassung wird er von seinem Freund gefragt, wie es ihm denn ergangen sei.
„Ausgezeichnet. Gute Verpflegung. Korrekte Behandlung. Ich darf nicht klagen.“
„Aha. Da sieht man, was die Leute erzählen. Der #ortstypischer Vorname freier Wahl# hat ganz anderes erzählt.“
„Ja, der ist ja auch schon wieder dort.“

Der Präsident führt uns in eine bessere Zukunft. #Ortstypischer Vorname freier Wahl#, der das Gegenteil behauptete, haben wir gestern begraben.

Der Lehrer hat dem kleinen #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# Kind so arge Ohrfeigen gegeben, daß die Fingerabdrücke sichtbar sind. „Was werden Deine Eltern dazu sagen?“ „Ach, Herr Lehrer, das ist nicht so schlimm, aber das feindliche Ausland!“

Auf einem präsidialen Empfang anläßlich einer Kulturveranstaltung bringt der Landesvater einen Toast aus: „Ich trinke darauf, daß unser Land eine international anerkannte Kulturnation werde!“ „Bleibe, Herr Präsident, bleibe!“ ist die Antwort eines Künstlers.

„Ist es wahr, daß zum zehnten Jahrestag der Unabhängigkeit der gesetzliche Mindestlohn um fünfzig Prozent erhöht wird?“
„Im Prinzip ja, nur umgekehrt: Zum fünfzigsten Jahrestag der Unabhängigkeit um zehn Prozent."

Ein #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# wird in einem Folterlager mißhandelt und mit dem Tode bedroht. Aus einer Laune heraus hält der Folterknecht plötzlich inne und herrscht den #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# an: „Ich gebe Dir eine Chance. Ich habe ein Glasauge. Wenn Du es erkennst, lasse ich Dich in Ruhe.“ Ohne zu zögern antwortet der #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl#. „Das linke ist das Glasauge.“ Darauf der Folterknecht: „Woran hast Du das erkannt?“ Der #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl#: „Es blickt so menschlich.“

Besichtigung im Irrenhaus. „Das hier ist ein besonders schwerer Fall.“, klagt der Arzt und zeigt auf einen Insassen, „Der stellt nicht einmal das Radio aus, wenn der Präsident eine Rede hält!“

„Wieviele Arten von #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# gibt es?“
„Zwei: Pessimisten und Optimisten.“
„Und worin unterscheiden sich diese?“
„Die pessimistischen #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# sind im Exil und die optimistischen #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# sind inhaftiert.“

Was ist der Unterschied zwischen einem Theater und unserem Parlament? Im Theater werden gute Schauspieler schlecht bezahlt!

„Würde es helfen, wenn unserem kranken Präsidenten ein neues Herz eingepflanzt würde?“
„Sicherlich nicht. Bei unserem Präsidenten spielt das Herz keine Rolle.“

Welches Gericht ist im Land am weitestend verbreitet? Gedämpfte Zungen.

Ein Ausländer kommt in ein Universalgeschäft in der Provinz.
„Haben Sie Butter?“
„Nein.“
„Haben Sie Eier?“
„Nein.“
Der Ausländer fragt nach Kaffee, Tee, Südfrüchten. Aber immer heißt es: „Nein.“
„Was haben Sie überhaupt?“
„Ein paar Karten für die Vorstellung ,Glückliches Volk'.“

„Wie geht es Ihnen?“
„Normal, Sie wissen doch, die Umstände.“
„Was wollen Sie damit sagen?“
„Dasselbe, was Sie damit sagen wollen.“
„Um Himmels willen, das bleibt aber unter uns!“
„Darauf können Sie sich verlassen. Guten Tag!“
„Guten Tag!“

Was gibt es für einen neuen Witz? Ein Jahr Gefängnis.

Ein echter #Angehöriger der Titularnation freier Wahl# in der neuen, unabhängigen Republik muß drei Eigenschaften haben. Er muß ehrlich, klug und nationalistisch sein. Aber leider treffen diese drei Eigenschaften nie zusammen, ein #Angehöriger der Titularnation freier Wahl# hat nur zwei davon.
Ist er ehrlich und klug, dann ist er nicht nationalistisch. Ist er klug und nationalistisch, dann ist er nicht ehrlich. Ist er ehrlich und nationalistisch, dann ist er nicht klug.

Einem #ethnische oder religiöse Minderheit freier Wahl# ist es gelungen, in die USA auszuwandern und nach New York zu kommen. Dort besucht er einen alten Freund, welchem es gelungen war, schon ein Jahr früher auszuwandern. Zu seinem großen Erstaunen muß er sehen, daß im Wohnzimmer seines Freundes ein großes Bild des Präsidenten ihres Herkunftlandes an der Wand hängt. „Bist Du wahnsinnig geworden?“, fragt er ganz entsetzt. „Wozu hast Du das denn?“ „Gegen das Heimweh.“

Der neue Präsident fragt seinen Regierungschef, „Wie sieht’s mit meinem Wirtschaftplan aus?“ Erwidert der Gefragte: „Welcher Plan?“ „Also wenn Du es nicht weißt,“ so der Präsident, „wie soll ich es dann wissen?“

Nach einer Volksabstimmung klingelt bei #ortstypischer Vorname freier Wahl# das Telephon. #Ortstypischer Vorname freier Wahl# hebt verschlafen ab und meldet sich. Am anderen Ende flötet eine Frauenstimme: „Oh, entschuldige, #ortstypischer Vorname freier Wahl#, aber ich habe fälsch gewählt.“ Darauf antwortet #ortstypischer Vorname freier Wahl#: „Aber meine liebe! Das haben wir doch alle. Mir das mitzuteilen, das ist doch kein Grund, mich um Mitternacht aufzuwccken!“

An der Grenze erscheinen eines Tages zahlreiche Ziegen und bitten um politisches Asyl: „Der Sicherheitsdienst will alle Schafe einsperren — wegen Staatsfeindlichkeit.“
„Aber ihr seid doch gar keine Schafe.“
„Ja, aber wie machen wir das dem Sicherheitsdienst klar?“

„Gestern ist #ortstypischer Vorname freier Wahl# verhaftet worden.“
„Was sie nicht sagen. So ein anständiger Mensch. Und weshalb?“
„Eben deshalb!“

Eine unabhängige Bühne wird für einige Tage geschlossen, weil während der Veranstaltung politische Witze erzählt wurden. Am ersten Tag nach der Wiedereröffnung sagt der Direktor zum Publikum: „Gestern war die Bühne noch geschlossen. Heute ist sie wieder offen. Aber wenn es hier wieder offen zugeht, wird sie bald wieder geschlossen sein.“

Auf einer Auslandsreise erkundigt sich ein hoher Funktionär des Regierungsapparates nach der Funktion eines imposanten öffentlichen Gebäudes. „Das ist unser Ministerium für interstellare Raumfahrt.“, erklärt der Reiseleiter der Gastgeber. „Ihr habt doch aber gar keine Raumfahrt. Wozu braucht ihr dann ein Ministerium für interstellare Raumfahrt?“ fragt der Funktionär spöttisch. Darauf antwortet der Reiseleiter: „Na und? Wozu braucht ihr denn ein Justizministerium?“

Ein Hauptstädter kommt in einen Schreibwarenladen in der Provinz und möchte Briefpapier kaufen. Er befühlt es lange und kommt zum Schluß: „Bei uns in der Hauptstadt gibt es viel feineres Papier.“ Der Verkäufer schaut den Kunden an und sagt: „Ich möchte Ihnen nicht widersprechen. Sie haben daheim bestimmt auch viel feinere Lumpen.“

Ein Bauer wird zum Militär einberufen, wo er von den Ausbildern schikaniert wird. „Ach, von euch Bauern sind doch 50 Prozent dämlich!“, lästert ein Ausbilder. „Hoho“, freut sich der Bauer. „Da haben wir uns schon verbessert, denn bei der letzten Wahl waren es noch 99 Prozent.“

„Die Ziege und die Schnecke wetten miteinander, wer zuerst an einem bestimmten Punkt ankommt. Die Schnecke gewinnt natürlich.“
„Wieso?“
„Nun, die Ziege wurde wegen Meckerei ins Gefängnis gesteckt. Die Schnecke aber blieb still und ist nur gekrochen!“

Der Bildungsminister inspiziert eine Schule. Die Fragen des Vertrauensmannes des Präsidenten und die Antworten der Schüler sind genau vorbereitet: „Wer ist Dein Vater?“ — „Der Präsident!“
„Wer ist Deine Mutter?“ — „Die unabhängige Republik!“
Der kleine #ortstypischer Vorname freier Wahl# kommt an die Reihe.
„Wer ist Dein Vater?“ — „Der Präsident!“
„Wer ist Deine Mutter?“ — „Die unabhängige Republik!“
„Was möchtest Du werden?“ — „Vollwaise, Herr Minister!“

In einem Theater kommt es während der Vorstellung zu einem Kurzschluß. Der Elektriker steht auf der Leiter und bemüht sich vergeblich um die Reparatur. Der technische Direktor des Hauses geht mit einer Lampe durch die Zuschauerreihen und leuchtet jedem ins Gesicht. Dabei murmelt er vor sich hin: „Hier ist es nicht — hier auch nicht.“ Dann schüttelt er bedächtig den Kopf: „Ich sage es ja immer, es liegt nicht am Volk. Es liegt an der Leitung.“

„#Ortstypischer Vorname freier Wahl# braucht kein Rückrat.“
„Warum nicht?“
„Weil er so eine dicke Haut hat.“

„Gibt es einen Unterschied zwischen Wirbelsäule und Rückgrat?“
„Grundsätzlich nicht. Aber eine Wirbelsäule hat jeder.“

© Copyright 1995 — 2010 Götz Burggraf
Datei erstellt am: 07.10.2001 17:03 von: Götz Burggraf
Letzte Änderung am: 15.03.2010 21:07 von: Götz Burggraf
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