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Geschichtswerkstatt Taschkent

Bilder Simferopol

Fresken in der Bahnhofshalle

Eine Ikone der russischen Geschichte fehlt;
Simferopol, Mai 2005

Der Bahnhof wurde 1953 fertiggestellt — nach Stalins Tod. Ob das Abbild Stalins erst gar nicht angebracht oder ob es später entfernt wurde, konnte ich vor Ort nicht in Erfahrung bringen. Die Beschäftigten des Bahnhofs bestätigten zwar, daß das leere Feld das Konterfei des Großen Führers und Generalissimos der Sowjetunion aufnehmen sollte, wußten aber nichts Konkretes über die genauen Hintergründe des Fehlens.
Für mich ist dieser leere Rahmen eines der schönsten und deutlichsten Bilder für den schwierigen Umgang mit der russischen Geschichte des 20. Jahrhunderts. Während das Bildnis des einen Schlächters weiterhin über den Köpfen der Menschen hängt, fehlt das seines Nachfolgers und läßt nur eine Leerstelle.
Diese Art von Schwierigkeit im Umgang mit der eigenen Geschichte ist natürlich nicht allein auf die Nachfolgestaaten der Sowjetunion begrenzt, sondern findet sich in allen ehemals planwirtschaftlich verfaßten Ländern, so zum Beispiel auch am Haupttelegraphenamt in Sofia.

 

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