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Bilder aus Turkmenistan

Turkmenistan ist eine Erfahrung der besonderen Art. ;) Nicht nur, daß es sehr umständlich und aufwendig war, ohne einen offiziellen Reisebegleiter an meiner Seite eine Ein- und Durchreisegenehmigung für dieses Land zu bekommen — auch die Fahrt als Einzelreisender durch diesen weitgehend unbekannten Staat eröffnete mir neue und besondere Perspektiven.

So habe ich bis dahin in keinem meiner Reiseländer solch' einen intensiven Kontakt zu Sicherheitskräften gehabt wie in Turkmenistan (wenn ich einmal von meinem kleinen Ausflug in iranische Sicherheitsverwahrung absehe ;) ). Selbst während meines Aufenthaltes in Usbekistan während des — vorsichtig formuliert — „Vorfalls in Andischan“ hatte ich nicht so viele erzwungene Kontakte mit Sicherheitskräften wie während dieser normalen Reise durch Turkmenistan. Die verinnerlichte oder aufgezwungene Paranoia — wer weiß das schon so genau — der turkmenischen Sicherheitskräfte ging neben den unzähligen Verboten, Kontrollen und Personalienfeststellungen so weit, daß mich ein subalterner Staatsbediensteter bei der obligatorischen Gepäckkontrolle an der Grenze nicht aus seinem Staat ausreisen lassen wollte. Er sah meine Photoausrüstung und hatte Angst, daß ich ein Journalist oder anderweitig bösgesonnener Agent des feindlichen Auslands sei und wollte mich ohne Rücksprache mit einem Vorgesetzten daher nicht die Grenze passieren lassen. Da (s)ein Vorgesetzter leider nicht erreichbar war — die Kommunikationstechnik des Beamten steht selbst im Herstellerland Rußland schon seit Jahren im Museum — konnte ich an diesem Tag nicht ausreisen und mußte wieder zurück in die Hauptstadt Aschgabat. Ohne gültiges Visum durfte ich dann die Gastfreundschaft des Landes etwas länger als geplant genießen und bei dieser Gelegenheit das Verantwortungsbewußtsein europäischer Auslandsvertretungen testen — aber dies ist eine andere Geschichte. ;)

An dieser Stelle einige Bilder aus einem Land, in welchem die Kontraste zwischen ländlichen Gebieten und der Hauptstadt zu den extremsten gehören, welche man zur Zeit auf diesem Planeten bestaunen kann.

Allen denjenigen, welchen Turkmenistan vor allem durch die Erzählungen über den Personenkult Saparmurat Nijasows — auch Türkmenbaşy genannt — bekannt ist, sei an dieser Stelle ein Blick auf die europäischen Personenkulte angeraten. Es ist noch nicht solange her, daß in Deutschland die Abbilder des Bundespräsidenten bzw. des Vorsitzenden des Staatsrates jede Polizeidiensstelle zierten, Straßen nach Hitler und Göring benannt waren, Reiterstandbilder des Kaisers nahezu jeden Marktplatz dominierten und auch heute noch schmücken die Abbilder gekrönter Häupter Münzen, Geldscheine und Amtsstuben in der europäischen Union. Sicherlich stellt die Ausprägung des Personenkultes um Saparmurat Nijasow ein Extremum dar, der Personenkult als solcher ist aber so besonders nicht und Nijasow ist mit der Omnipräsenz seiner Person als Ikone des Nationalstaates nicht allein.

 

Hinweis

Weitere Bilder aus Turkmenistan habe ich unter dieser Adresse auf der Plattform Facebook veröffentlicht.

© Copyright 1995 — 2014 Götz Burggraf
Datei erstellt am: 07.10.2001 17:03 von: Götz Burggraf
Letzte Änderung am: 14.08.2011 20:18 von: Götz Burggraf
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