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Bilder aus Kasachstan

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Leider fehlt auf dem Bild der Maßstab für die Größe dieses Bauwerks. Die Ziegel sind hier nur ein schlechter Indikator, können aber als Notbehelf dienen. Dieses mit Beton und gebranntem Sand verdeckte Loch in der kasachischen Steppe — hier auch als Toilette bezeichnet — war kaum größer als eine Hundehütte. Vielleicht war es auch nur eine Notdurftanstalt für Hunde; als zivilisatorische Errungenschaft von Menschen kann diese Einrichtung jedenfalls kaum angesehen werden. ;)

Nachtrag:
In einigen E-Mails bin ich auf den Kommentar zu diesem Bild sowie den Umstand angesprochen worden, daß ich dieses Bild überhaupt zeige. Daher möchte ich an dieser Stelle einen etwas ausführlicheren Bildkommentar beifügen: Es ist grundsätzlich begrüßenswert, daß eine solche Infrastruktur für Bedürftige zur Verfügung gestellt wird. Was sich mir jedoch nach Jahren des Reisens durch diesen Raum bis heute nicht erschließt, ist der Umstand, daß die für Planung, Bau und Unterhaltung dieser Bedürfnisanstalt Verantwortlichen diese Form von Einrichtung allen Ernstes für angemessen zu halten scheinen. Diese Menschen würden für ihre eigene Wohnstätte eine solche Sanitäranlage aber nicht akzeptieren. Warum wird hier mit zweierlei Maß gemessen? Für zu Hause das Beste, in der Öffentlichkeit nur eine Zumutung? Niemand erwartet vergoldete Wasserhähne in einer öffentlichen Toilette. Aber etwas mehr als eine seit Jahren nicht mehr benutzbare Fäkaliengrube als Alibi für die eigenen Zivilisationserrungenschaften darf es dann doch sein. Zivilisation bemißt sich eben nicht nur am Leben der Menschen in ihrem geschützen, eigenen Heim, sondern vor allem am Umgang der Menschen miteinander im öffentlichen Raum. Es ist eine Geringschätzung der anderen, unbekannten Menschen welche in dieser Toilette zum Ausdruck kommt und welche ich an dieser Stelle — aufgrund der Nachfragen — auch ganz deutlich ansprechen möchte. Der Zustand der Anlage hat nichts, aber auch gar nichts mit etwaigen wirtschaftlichen Leistungsdefiziten zu tun. Statt dessen bemängele ich die fehlende Bereitschaft, auch anderen Menschen einen zivilisatorischen Anspruch zuzugestehen und ihnen nicht wie Tieren mit einem Fäkaliensammeltank am Ende des Stalls zu begegnen. Es ist zuerst eine Frage des Wollens, dann des Vermögens.
Solange es sich bei dieser Einrichtung nicht um landestypische Infrastruktur handelt d.h. die Mehrheit der Bewohner des Landes nicht vergleichbare Anlagen auch privat nutzt ist diese Anlage als unangemessen zu bezeichnen. Meine Kritik gründet auf dem Unterschied zwischen den Anlagen, nicht der absoluten Qualität dieser.

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Datei erstellt am: 07.10.2001 17:03 von: Götz Burggraf
Letzte Änderung am: 24.12.2007 4:11 von: Götz Burggraf
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