Geidar-Alijew-Flughafen (Baku) bei Nacht;
Ich mag das Fliegen nicht besonders. Manchmal komme ich aber nicht umhin. Zum Beispiel wenn mir hochgestellte Vertreter der Revolutionären Garden in Teheran deutlich machen, ich möge den Iran im Laufe des Tages verlassen und mir erst nach meiner gewissermaßen erzwungenen Zustimmung meinen Reisepaß wieder aushändigen. ;) Aber das ist eine Geschichte für sich und einen anderen Ort.
Für alle Liebhaber des Fliegens — der Anflug auf Baku dürfte einer der aufregendensten weltweit sein. Der Anflug aus Teheran erfolgte von Süden, um unmittelbar über der Stadt in einer 180-Grad-Kehre mehrere hundert Meter in der Höhe zu sinken. Das Flugzeug kippt in sehr schnellem Sinkflug über die Tragfläche und „fällt“ in die Stadt. Definitiv nichts für Menschen mit Flugangst und ohne tiefes Vertrauen in die Technik, das Können der Piloten sowie der Fluglotsen. ;) Die italienischen Mitreisenden in der Maschine machten nach diesem Flugmanöver zumindest sehr viel weniger Lärm als während der vorhergehenden Flugzeit. Um genau zu sein: Trotz des Krachs der Motoren hätte man in der Kabine eine Stecknadel fallen hören können. Einige dieser Fluggäste haben sich während des Manövers sicherlich geschworen, ab diesem Tag wieder etwas häufiger in die Kirche zu gehen. Aber einen Atheisten wie mich kann das nicht erschüttern. Statt dessen habe ich die Nieten in der Außenhülle des Flugzeugs gezählt und mich mit leichtem Schmunzeln an die Antwort einer Stewardess der British Airways erinnert, welche auf meine Frage, warum auf der Tragfläche des Flugzeugs mehrere Nieten fehlen, antwortete: „Wenn sie wichtig wären, wären sie da.“ ;)
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Datei erstellt am: 07.10.2001 17:03 von: Götz Burggraf
Letzte Änderung am:
20.05.2008 2:55
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